Zahlreiche VW Kunden können Autos vorteilhaft zurückgeben

Verfasst am 25.04.2017

VW Kunden könnten dem Konzern in nächster Zeit weitere Probleme bereiten. Tausende Verbraucher, die zur Finanzierung ihres Autokaufs einen Kredit bei der Volkswagen Bank aufgenommen haben, haben möglicherweise ein Rückgaberecht. Insbesondere für Betroffene des VW Abgasskandals kann das enorme Vorteile haben. Das Rückgaberecht besteht, sofern der VW Kunde seinen Darlehensvertrag bei der Volkswagen Bank heute noch widerrufen kann. Das ist – wie jüngst herausgefunden wurde – verhältnismäßig oft der Fall, denn die Volkswagen Bank gab an die Darlehensnehmer partiell fehlerhafte Informationen zum Kreditvertrag heraus.

Hauseigene Bank von VW missachtete gesetzliche Vorgaben

Zahlreiche VW Kunden können Autos vorteilhaft zurückgebenDie Volkswagen Bank, die Ende 2015 aus tausenden Finanzierungsverträgen Forderungen in Milliardenhöhe innehatte, verstieß gegen gesetzliche Vorgaben. In zahlreichen Verträgen, die seit dem 11. Juni 2010 geschlossen wurden, nutzte das Kreditinstitut fehlerhafte Belehrungen. Die Verbraucher erhielten Vertragsdokumente, die wesentliche Informationen falsch, verwirrend, lückenhaft oder gar nicht darstellten. Folge dessen ist, dass die Frist des Widerrufsrechts nicht zu laufen begann. Der Darlehensvertrag kann sodann noch heute widerrufen werden.

Auf den Widerruf folgt die Rückabwicklung des Darlehensvertrages. Gegen Rückgabe des Fahrzeugs muss die Bank alle bis dahin gezahlten Raten in verzinster Form zurückzahlen. Besonderheiten ergeben sich für Fälle, in denen Kauf- und Darlehensvertrag nach dem 13. Juni 2014 geschlossen wurden. Aufgrund einer verbraucherfreundlichen Regelung kann in diesen Fällen von der Bank nicht einmal ein Ausgleich für den Wertverlust des Autos verlangt werden. Dasselbe gilt für Kunden von Audi, Seat und Skoda.

Chance für Geschädigte des VW Abgasskandals

Durch die verbraucherfreundliche Vorschrift könnten vor allem Geschädigte der Abgasaffäre profitieren. Im Herbst 2015 wurden die Manipulationen an Motoren von VW Fahrzeugen und Autos der anderen Marken des Konzerns bekannt. Bis heute versuchen viele Betroffene, gerichtlich Schadensersatz und kaufrechtliche Ansprüche durchzusetzen. VW bietet lediglich eine Nachbesserung bzw. Behebung der Manipulation an. Selbst wenn ein Rückgaberecht besteht, muss der Kunde sich die nutzungsbedingte Wertminderung entgegenhalten lassen. Beim Widerruf des Darlehensvertrages bei der Volkswagen Bank ist das (für Verträge nach Juni 2014) nicht der Fall. Das stellte unlängst das Landgericht Berlin klar. Betroffene der Abgasaffäre können ihre Interessen so wesentlich lukrativer durchsetzen.

Wer ist zum Widerruf berechtigt?

Zahlreiche VW Kunden können Autos vorteilhaft zurückgebenEigentlich ist das Widerrufsrecht in Darlehensverträgen auf wenige Wochen nach Vertragsschluss befristet. Diese Frist setzt jedoch regelmäßig dann nicht ein, wenn das Kreditinstitut eine fehlerhafte Widerrufsbelehrung verwendet hat. Fehlerhaft sind vor allem Belehrungen, die nicht die gebotene Deutlichkeit aufweisen. Weil die Widerrufsbelehrung für jedermann verständlich und nachvollziehbar sein soll, gibt es das sogenannte Deutlichkeitsgebot. Ist die Belehrung verwirrend, weist Lücken auf oder stimmen die Informationen nicht, kann eine Verletzung des Deutlichkeitsgebots vorliegen. In der Regel ist der Widerruf dann heute noch möglich. Wer also fehlerhaft belehrt wurde, kann sein Widerrufsrecht „ewig“ ausüben.

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Pauschal kann nie beurteilt werden, ob der Widerruf gegenüber der Volkswagen Bank im Einzelfall möglich ist oder ob er sich überhaupt lohnt. Jeder Sachverhalt muss genau begutachtet werden. Werdermann | von Rüden bietet allen Betroffenen an, den Darlehensvertrag auf etwaige Möglichkeiten zu überprüfen. Unsere Experten beraten Sie umfassend und professionell.

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