Vertragsfalle bei Branchenheld.de

Veröffentlicht am 23.05.2018 in Verbraucherschutz

Die Masche scheitn so einfach wie druchtrieben zu sein. Unternehmer, meist kleinere Unternehmen, werden über eine spontane Telefonanfrage zum Abgleich von verschiedenen Firmendaten aufgefordert. Was der Unternehmer in der Regel nicht weiß: das Telefonat kann aufgezeichnet werden. Kurz nach dem Telefonat erhält der Unternehmer eine Rechnung über 474,40 Euro. Angeblich sei ein Vertrag zwischen der Firma  Fahl, Meihöfer & Neu GbR, die hinter dem umstrittenen Portal branchenheld.de steht, und dem Unternehmer zustande gekommen. Vertragsinhalt ist die kostenpflichtige Einstellung der Firmendaten auf der Webseite von Branchenheld.de

Der Vertragsschluss bei branchenheld.de

Der Vertragsschluss gestaltet sich in der Regel so, dass kleinere Unternehmen zur Geschäftszeit angerufen werden. Damit soll wohl sichergestellt werden, dass auch wirklich der Inhaber erreichbar ist. Dann wird um Abgleich verschiedener Firmendaten gebeten und gebeten, das Telefonat aufzeichnen zu dürfen. Die Aufzeichnung soll der späteren Beweisbarkeit des Vertrages dienen. Verweigert der Unternehmer die Aufzeichnung ist das Telefonat in der Regel sofort beendet. Genehmigt der Unternehmer, meist allein um das Telefonat schnellstmöglich zu beenden und sich wieder dem Tagesgeschäft zu widmen, die Aufzeichnung geht das Telefonat weiter und am Ende ist ein Vertrag darüber zustande gekommen, dass das Unternehmen auf Branchenheld.de gelistet ist. Kurz darauf erhält der Unternehmer eine Rechnung über 474,40 Euro.

Wie Sie sich gegen diese Masche wehren können

Werden Sie telefonisch kontaktiert, sollten Sie einer Aufzeichnung des Gesprächs grundsätzlich nicht zustimmen. Ist es doch passiert und Sie erhalten eine Rechnung, sollten Sie diese nicht vorschnell bezahlen. Oftmals ist es sinnvoll die Rechnung auf ihre Wirksamkeit hin überprüfen zu lassen. In vielen Fällen stellt sich die Forderung als unbegründet heraus. In der Regel erhalten die Unternehmer nur einen Hinweis auf die Kosten. Das stellt selbst für einen Unternehmer eine sogenannte „überraschende AGB-Klausel“ dar. Überaschende Klauseln in Allgemeinen Geschäftsbedingungen werden nicht Vertragsbestandteil. Mithin sind die Forderungen in der Regel unbegründet.

Auch Vertragsschluss über Internet unwiksam

Ausschnitt aus Branchenheld.de: Wer sich in das Verzeichnis eintragen lässt, findet keinen Hinweis darauf, dass möglicherweise ein kostenpflichtiges Abo abgeschlossen wird. Ein solcher Hinweis findet sich erst in den allgemeinen Geschäfsbedingungen, die man sehr aufmerksam lesen muss, um den Hinweis auf die Kostenpflichtigkeit des Abos zu finden.

Foto: Ausschnitt aus Branchenheld.de: Wer sich in das Verzeichnis eintragen lässt, findet keinen Hinweis darauf, dass möglicherweise ein kostenpflichtiges Abo abgeschlossen wird. Ein solcher Hinweis findet sich erst in den allgemeinen Geschäfsbedingungen, die man sehr aufmerksam lesen muss, um den Hinweis auf die Kostenpflichtigkeit des Abos zu finden.

Neben dem Abschluss über das Telefon haben Kunden offenbar auch die Möglichkeit, direkt über die Internetseite von Branchenheld.de einen Vertrag abzuschließen. Auch die über das Portal geschlossenen Verträge sind mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit unwirksam. Unter dem Punkt „kostenfreie Eintragung“ haben Interessenten die Möglichkeit, zwischen drei verschiedenen Paketen auszuwählen. Wer seine Daten eingibt und auf den Button „Jetzt eintragen*“  klickt, erhält keinen Hinweis darauf, dass möglicherweise ein Abo abgeschlossen wird. Auch eine Bestätigung, dass man die AGB gelesen hat, oder akzepziert hat, fehlt. Auch fehlt die Möglichkeit, die AGB abzuspeichern, fehlt vollständig. Wer sich die Mühe macht, die AGB nun wirklich zu lesen, erhält ziemlich versteckt einen Hinweis darauf, dass dass Angebot nur so lange kostenlos zu sein scheint, bis man es kündigt.

In den AGB heißt es:

„Der Nutzungsvertrag verlängert sich automatisch um jeweils weitere 12 Monate zum Preis von 299,00 Eur netto, wenn er nicht mindestens 6 Wochen vor Ablauf der vereinbarten Vertragslaufzeit schriftlich gekündigt wird. Es gilt das Datum des Poststempels. Preisnachlässe finden bei der Laufzeitverlängerung keine Anwendung.“ (Hervorhebungen durch uns.)

Die Klausel, wonach der Vertrag nur schriftlich gekündigt werden kann, kann unwirksam sein. Ebenso wie die Klausel, dass sich der Vertrag automatisiert verlängert, denn insoweit wird der Nutzer nicht daüber aufgeklärt, dass ein wesentlicher Bestandteil der Dienstleistung eine Kündigungsobliegenheit des

Wir helfen Ihnen gern weiter

Sehen Sie sich doch einer Forderung von Branchenheld.de ausgesetzt, helfen wir Ihnen gern weiter. Im Rahmen eines kostenlosen und völlig unverbindlichen Erstgesprächs erhalten Sie eine erste rechtliche Einschätzung zu Ihrem speziellen Fall. Wir stehen Ihnen unter info@wvr-law.de sowie unter 030-200 590 770 zur Verfügung.

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