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Swap-Geschäfte

Auf Grund mangelhafter Beratung haben sich neben Kommunen und Unternehmen auch einige Privatpersonen zum Abschluss hoch spekulativer Swap-Geschäfte hinreißen lassen. Anstatt Gewinne zu verzeichnen und Zinskosten zu reduzieren gehen die Verbraucher letzten Endes jedoch zumeist leer aus. Es profitieren lediglich die beteiligten Banken. Anleger sollten sich wehren und Schadensersatz fordern, solange es noch möglich ist.

Was sind Swap-Geschäfte?

Bei Swap-Geschäften handelt es sich der Art nach um Tauschverträge (engl. swap = Tausch). Häufig vorkommend sind dabei die sogenannten „Zins-Swaps“, bei denen Kunde und Bank während einer bestimmten Laufzeit zu mehreren, vorher festgelegten Zeitpunkten bestimmte Zinsbeträge auf einen fiktiven Nennbetrag austauschen. Swap-Geschäfte werden gerne auch als „Zinswette“ bezeichnet, da der zu zahlende Betrag zumeist auf einer Seite von einer Referenzgröße abhängt, über deren Entwicklung nur spekuliert werden kann. Während der Zahlung des „Payer-Swap“ ein fester Zinssatz zu Grunde liegt, wird die Bezahlung des variablen Zinssatzes als „Receiver-Swap“ bezeichnet.

Da die auszutauschenden Beträge in der Regel unterschiedlich hoch sind, geht zu jedem Tauschzeitpunkt nur eine Partei als Gewinner aus dem Geschäft. Die Differenz zwischen den zu zahlenden Zinssätzen stellt somit für denjenigen mit dem niedrigeren zu zahlenden Zins einen Gewinn dar.

Beispiel:

Swap Geschäfte Grafik Werdermann von Rüden Anwalt Berlin

  • Laufzeit z.B. 5 Jahre
  • Austausch der Zinszahlungen jeweils zum 30. der Monate März, Juni, September, Dezember

Je nachdem wie sich die Referenzgröße, von der der variable Zinssatz abhängt (z.B. 3-Monats-Euribor) entwickelt, macht der Bankkunde durch den Swap Gewinne oder Verluste. Ist der variable Zinssatz niedriger als der feste, dann profitiert der Bankkunde von dem Geschäft.

Neben rein spekulativen Zwecken werden Swap-Geschäfte häufig auch im Zusammenhang mit Darlehensverträgen abgeschlossen.

Schlechte Bankberatung – Kein Anlegerschutz bei Swap-Geschäften

Allerdings verbuchen bisweilen zumeist die Banken die Gewinne und den Anlegern drohen enorme finanzielle Einbußen. Beim Abschluss von Swap-Geschäften haben die Bankberater regelmäßig mit Informationen gegeizt, so dass den Verbrauchern oft nicht deutlich genug vermittelt wurde, dass sie mit Abschluss des Swap-Geschäfts ein unbegrenztes Risiko eingehen. Zudem war dem Anleger wohl kaum seine wesentlich schlechtere Ausgangsposition im Verhältnis zur Bank bewusst. Im Falle von Swap-Geschäften handelt die Bank nicht nur im Sinne des Kunden als Berater, sondern auch im eigenen Interesse „gegen“ den Anleger, da dessen Verlust für sie einen Gewinn bedeutet. Um diese Gewinnchancen möglichst gut zu gestalten, wird das Swap-Geschäft von den Banken so konstruiert, dass es bereits bei Abschluss einen aus Kundensicht „negativen Marktwert“ aufweist. Dies bedeutet, dass der Bank nach Wahrscheinlichkeitsprognosen bis hin zum Laufzeitende die besseren Gewinnchancen eingeräumt werden. Der Bankkunde ist also von Anfang an in der schlechteren Position!

Konkrete Aufklärungspflicht über negativen Minderwert – BGH Urteil vom 22.03.2011 „Ille“ (Az.: XI ZR 33/10)

Durch die Entscheidung des BGH vom 22.03.2011 wurde die Position der Verbraucher allerdings erheblich gestärkt. Die Richter haben erkannt, dass die Swaps durch die Banken bewusst zu Lasten der Kunden ausgestaltet wurden und die Bankkunden über einen solchen Interessenkonflikt aufgeklärt werden müssen. Im Falle der Swap-Geschäfte bedeutet dies, dass die Banken den negativen Marktwert, welcher ihren potenziellen Gewinn und die schlechte Ausgangsposition des Anlegers widerspiegelt, beziffert preisgeben mussten und müssen. Nur so können die Anleger einschätzen, welche Position der Bank bei einem Swap-Geschäft zukommt. Des Weiteren muss über die spezifischen Risiken aufgeklärt werden, die das Anlageprodukt mit sich bringt, um dem Bankkunden den starken spekulativen Charakter deutlich vor Augen zu führen.

Hat der Bankberater bei Abschluss des Swap-Geschäfts nicht bzw. nicht ausreichend über den negativen Marktwert oder die korrekte Risikoeinordnung informiert, dann stellt dies einen Beratungsfehler dar, der dem Swapgeschädigten den Weg zu einem Schadensersatzanspruch eröffnen kann.

Eile geboten: Verjährung von Schadensersatzansprüchen bei Swap-Geschäften droht

Betroffene sollten jedoch nicht zu lange mit der Durchsetzung ihrer Rechte zögern, denn es droht die Verjährung ihrer Schadensersatzansprüche, welche mehrere tausend Euro betragen können. Wann genau die Verjährung eintritt lässt sich allerdings nicht pauschal sagen, sondern ist stets eine Frage des Einzelfalls. Es ist ratsam, schnellstmöglich erste Maßnahmen zu ergreifen, um sich die Ansprüche zu sichern.

Wurden auch Sie bei Abschluss Ihres Swaps falsch oder unzureichend beraten? Haben Sie hohe Verluste erlitten bzw. drohen diese für die Zukunft? Ihre Chancen auf Entschädigung stehen gut, daher empfehlen wir, sich einen Rechtsanwalt ins Boot zu holen.

Wir von der Kanzlei Werdermann | von Rüden prüfen Ihren Swapvertrag auf Verjährung und Schadensersatzmöglichkeiten und unterstützen Sie bei der Durchsetzung Ihrer Rechte.

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