Abgasskandal Porsche: Unsere Erfahrung für Ihr Recht

Wie viele andere deutsche Automobilhersteller vertreibt auch die Volkswagen-Tochter Porsche Dieselfahrzeuge mit zu hohem Schadstoffausstoß im realen Fahrbetrieb. Der Premium-Hersteller Porsche ist damit ein weiterer Akteur im Abgasskandal, dessen Kunden über die falsch herausgegebenen Abgaswerte angesichts der hohen Preise von Porsche-Modellen besonders erzürnt sein dürften. Betroffen sind die 3,0 Liter V6- und 4,2 Liter V8- Dieselmotoren der Konzerntochter aus Stuttgart. Diese Motoren werden von der Volkswagen-Tochter Audi hergestellt und kommen in den Premiumfahrzeugen der Audi AG und Fahrzeugen der Porsche AG zum Einsatz.

Porsche-Skandal wegen falscher Angaben: Rückruf von Porsche-Modellen mit Dieselmotoren

Die Manipulationen an den Motoren hat Porsche bislang nicht eingestanden. Allerdings rief das Kraftfahrtbundesamt bereits Ende Mai 2018 die Fahrzeugmodelle Cayenne und Macan aufgrund illegaler Abschalteinrichtungen zurück. Im Rahmen der Rückrufaktionen der Audi A6- und A7-Modelle wurden die Abschalteinrichtungen in den 3,0 l- und 4,2 l-Dieselmotoren bekannt. Diese Motoren werden in Porsche und Audi Fahrzeugen verbaut. Von diesem Rückruf im Zuge des Porsche-Abgasskandals sind mehrere Zehntausend Fahrzeuge betroffen, was berechtigte Vorwürfe gegen die Manager des Unternehmens laut werden lässt.

Dieselmodelle von Porsche: Abgas und Abschalteinrichtungen

Die verbaute Abschalteinrichtung unterscheidet sich von der in den VW-Motoren EA189 und EA288. Während die Software der EA 189- und EA 288-Motoren erkennt, ob sich das Fahrzeug auf einem Prüfstand befindet, reagiert die Abschalteinrichtung der V6 und V8 Motoren auf die Lenkung. Sobald die Software Lenkbewegungen erkennt, schaltet sich die Abgasreinigung ab. Hierdurch werden auf einem Prüfstand geringere Stickoxidwerte (NOx) erzielt und auch nur so weit , als die nach der einschlägigen Abgasnorm (Euro 5 oder Euro 6) vorgegebenen NOx-Grenzwerte eingehalten werden müssen.

Abgasskandal Porsche: Betroffene Porsche-Modelle

Mehrere Institute, darunter die Deutsche Umwelthilfe, der ADAC und das Kraftfahrtbundesamt, haben verschiedene Dieselfahrzeuge von Porsche getestet. Das Ergebnis ist, wie auch bei Volkswagen und Audi, dass nahezu jedes Dieselfahrzeug der Euronorm 5 und 6 im realen Fahrbetrieb einen erhöhten Schadstoffausstoß aufweist.

Konkret betroffen sind die folgenden Modelle.

Hersteller Typenbezeichnung Euronorm Soll-Wert NOx Ist-Wert NOx Quelle Motortyp
Porsche Cayenne 6 80 190 DUH 3,0 l
Porsche Macan 6 80 726 UBA 3,0 l

Nach einem Prüfbericht der EQUA-Index weisen nachfolgende Porsche-Modelle der Euro 5- und Euro 6-Norm im realen Fahrbetrieb teils deutliche Abweichungen zu den angegebenen Abgaswerten auf:

Marke Model Typ Baujahr Motorgröße in Liter PS EQUA Aq Rating
Porsche Cayenne Diesel 2012 4,1 382 H
Porsche Panamera Diesel 2012 3,0 250 H
Porsche Panamera Diesel 2015 3,0 300 H

Legende:

Rating Untere Grenze 1 Höchstgrenze2
A++ 0.00 0.125 Euro 4-6 Diesel
A+ 0.125 0.25 Euro 4-6 Diesel
A 0.25 0.50 Euro 4-6 Diesel
B 0.50 0.64 Euro 3 Diesel
C 0.64 1.00 Euro 2 Diesel, Euro 4-6 petrol
D 1.00 1.60 Diesel Limit
E 1.60 2.20 Euro 2 Benzin
F 2.20 2.72 Euro 1 Diesel, Euro 1 Benzin
G 2.72 5.44 Up to double Euro 1
H 5.44 More than double Euro 1
Einheiten: g/km 1exklusive, 2 inklusive

Die betroffenen Modelle überschreiten im realen Fahrbetrieb die Grenzwerte an Stickoxiden um ein Vielfaches. Bei diesen Modellen sind die Folgen für die Käufer besonders schwerwiegend. Neben dem Wertverlust drohen Fahrverbote und teure Reparaturen infolge eines möglichen Software-Updates. Diese Folgen sind den VW-Fahrern nur allzu bekannt und drohen nun mit dem Abgasskandal von Porsche auch den Käufern von Porsche-Fahrzeugen, die stets als besonders umweltfreundlich beworben wurden.

Der Porsche-Skandal: Umweltfreundlichkeit als Verkaufsschlager

Wie in vielen anderen Branchen ist auch der Automobilmarkt gezwungen, sich an die veränderten Kundenwünsche anzupassen. Heutige Autokäufer sind nicht nur an der Fahrleistung und einem sportlichen Design eines Fahrzeugs interessiert; vielmehr soll ein Fahrzeug heutzutage auch Ausdruck eines umweltbewussten und nachhaltigen Lebensstils sein. Diesem Anspruch folgen die Fahrzeughersteller naturgemäß mit entsprechenden Werbeaussagen. So wurden auch die Fahrzeuge von Porsche stets mit den Attributen der „Effizienz“ und „Umweltfreundlichkeit“ beworben, was an den Managern des Konzerns nicht vorbeigegangen sein dürfte.

Ein paar Auszüge:

Die Umweltauswirkungen unserer Tätigkeiten werden regelmäßig analysiert, ausgewertet, beurteilt und kontinuierlich mit den besten verfügbaren und wirtschaftlich vertretbaren Techniken optimiert. […] Die ständige Verbesserung der Umweltleistung und der Energieeffizienz wird im Wesentlichen durch den kontinuierlichen Prozess, den unter anderem EMAS anstößt, aufrechterhalten und durch die jährlichen Aktualisierungen der Umwelterklärung und die im regelmäßigen Turnus durchzuführenden Revalidierungen durch externe Umweltgutachter bestätigt.


aus der Umwelterklärung 2014

Nachhaltigkeitsaspekte sollen künftig in allen Unternehmensressorts – von der Entwicklung bis zum Vertrieb – umfassende Berücksichtigung finden und vorangetrieben werden. Entsprechend finden sich in allen Teilstrategien der Ressorts Ziele und Projekte mit Nachhaltigkeitsbezug. Beispiele dafür sind konkrete Maßnahmen zur Steigerung der Nachhaltigkeit in der Lieferkette, zur Verbesserung der Umweltverträglichkeit der Produkte über den Lebenszyklus hinweg sowie zur weiteren Integration von Nachhaltigkeit in wichtige Unternehmensprozesse, wie beispielsweise dem Risikomanagement.


aus dem Geschäftsbericht 2016

An dieser Stelle könnten noch zahlreiche weitere Beispiele angeführt werden, in denen Porsche mit Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit wirbt. Allein die tatsächlichen Schadstoffwerte sprechen eine deutlich andere Sprache. Festzustellen ist, dass nahezu jedes Dieselfahrzeug der Marke Porsche die vorgeschriebenen Abgaswerte im realen Fahrbetrieb nicht einhält. Teilweise werden nicht einmal die Abgaswerte der Euro 1-Norm eingehalten. Es handelt sich somit keineswegs um umweltfreundliche und nachhaltige Fahrzeuge. Leidtragende sind sowohl Käufer als auch die Umwelt. Die Käufer sehen sich aufgrund der tatsächlichen Porsche-Abgaswerte nun mit Softwareupdates, Folgekosten und Fahrverboten konfrontiert. Die Umweltschäden durch die Abgase sind indes noch gar nicht absehbar.

Übersicht der schmutzigsten Dieselfahrzeuge von Porsche & Co.

Die nachfolgende Übersicht stellt den Schadstoffausstoß der Fahrzeuge aus dem Volkswagenkonzern im direkten Vergleich zu anderen Herstellern dar.

Abgasskandal Porsche: Ihre Möglichkeiten bei zu hohen Abgaswerten

Um sich vor den negativen Auswirkungen der hohen Abgaswerte zu schützen, stehen den Betroffenen unterschiedliche Optionen zur Wahl.

1) Ansprüche gegen den Fahrzeughändler im Porsche-Abgasskandal

Zunächst bestehen Ansprüche gegen den Händler. Ein Autohändler hat dafür einzustehen, dass das Fahrzeug in einem ordnungsgemäßen Zustand verkauft wird. Sind die Abgaswerte im realen Fahrbetrieb entgegen den Angaben bei der Zulassungsstelle erhöht, stellt dies einen Mangel an dem verkauften Fahrzeug dar. Hier wird eine Parallele zu dem angegebenen und dem tatsächlichen Kraftstoffverbrauch gezogen. Weicht der tatsächliche Kraftstoffverbrauch erheblich von dem angegebenen Durchschnittsverbrauch ab, stellt dies einen Mangel dar. Dem Käufer eines Wagens, der im realen Fahrbetrieb hohe Abgaswerte aufweist, stehen somit die Rechte auf Mängelgewährleistung zu.

Mängelgewährleistung beinhaltet zwar auch die Beseitigung des Mangels, jedoch besteht in der Regel keine Möglichkeit, den Mangel zu beseitigen, ohne einen weiteren Mangel infolge eines Softwareupdates zu verursachen. Diese Ansprüche gegen den Händler sind daher in der Regel auf die Rückabwicklung des Kaufvertrages gerichtet. Dies bedeutet, dass der Wagen an den Händler zurückgegeben werden kann und der Kaufpreis erstattet wird. So hatte auch das OLG Hamburg entschieden. Damit liegt ein wegweisendes oberinstanzliches Urteil vor. Wie bereits aus anderen Abgasfällen bekannt, ist hier lediglich eine relativ geringe Nutzungsentschädigung für die gefahrenen Kilometer zu zahlen.

2) Ansprüche gegen den Fahrzeug- bzw. Motorenhersteller bei zu hohen Abgaswerten

Weiter sind Ansprüche gegen den Fahrzeug- bzw. Motorenhersteller gegeben. Der Umstand, dass die Abgaswerte der Porsche-Fahrzeuge im realen Fahrbetrieb deutlich von den angegebenen Werten abweichen, lässt den begründeten Verdacht zu, dass Porsche bei der Zulassung der Fahrzeuge eine andere Abgasreinigung verwendete als in den Serienfahrzeugen. Ähnlich lag der Sachverhalt bereits bei dem Volkswagen-Konzern sowie der Daimler AG und BMW in Hinblick auf die fehlerhaften Abgasangaben.

Darüber hinaus hat Porsche in Prospekten und anderer Werbung extensiv mit der Umweltfreundlichkeit seiner Fahrzeuge geworben. Die tatsächlich gemessenen Abgaswerte lassen den Autobauer jedoch alles andere als umweltfreundlich erscheinen. Die schlicht falsche Werbung ist unzulässig. Dies gibt dem Käufer die Möglichkeit, deliktische Ansprüche gegen den Fahrzeughersteller geltend zu machen. Denn der Käufer vertraut in der Regel auf die Werbeaussagen eines Fahrzeugherstellers. Die Werbeaussagen stellen somit eine Täuschung der Kunden dar. Die Ansprüche gegen den Fahrzeughersteller richten sich in der Regel auf die Rückgabe des Wagens direkt an den Hersteller. In diesem Fall ist der Kaufpreis, abzüglich der Nutzungsentschädigung, an den Käufer zu erstatten.

Abgasskandal Porsche: Ihr gutes Recht im Dieselskandal

Zusammenfassend gesagt stehen den Käufern die Rechte auf Rückabwicklung des Kaufvertrages und Rückgabe des Wagens an den Fahrzeughersteller zu. Es ist nur eine geringe Nutzungsentschädigung zu leisten. Die Nutzungsentschädigung ist jedoch weitaus geringer als der tatsächliche Wertverlust, den die Fahrzeuge erleiden. Darüber hinaus erhält der Käufer den Kaufpreis mit Zins zurück.

Die Rückgabe des Fahrzeugs gegen Rückerstattung des Kaufpreises inklusive Zinsen ist somit die lukrativste und effektivste Methode, sich vor den ungewollten Folgen der Porsche-Abgasmanipulation zu schützen.

Mit den aufgezeigten Möglichkeiten lassen sich der drohende Wertverlust sowie Fahrverbote und ein möglicher Entzug der Betriebserlaubnis effektiv verhindern.

3 Gründe, WvR Law gegen Porsche zu beauftragen:

  1. WvR Law ist hoch spezialisiert auf Rechtsstreitigkeiten im Abgasskandal, z. B. erfolgreich gegen die Daimler AG.
  2. WvR Law hat deutschlandweit die ersten 2 Urteile im Abgasskandal gegen die Daimler AG erstritten.
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Darlehensfinanzierter Autokauf und nun Porsche-Abgasskandal – wie weiter?

Oftmals wird der Wagen über ein Darlehen finanziert. Besonders die hochpreisigen Spitzenmodelle werden in der Regel über ein Darlehen finanziert oder geleast. Auch hier bestehen Möglichkeiten, sich von dem Fahrzeug zu befreien. Mittels eines Widerrufs des Darlehensvertrages können Sie den Wagen an den Hersteller zurückgeben; die bereits gezahlten Darlehensraten werden Ihnen erstattet.

Der sogenannte Widerrufsjoker ist auch noch nach Jahren einsetzbar, selbst wenn das Darlehen bereits vollständig zurückgezahlt wurde. Voraussetzung dafür ist, dass die Widerrufsbelehrung fehlerhaft oder unvollständig ist. Dies ist regelmäßig dann der Fall, wenn Pflichtangaben nicht vorhanden sind oder die Informationen unverständlich und undurchsichtig sind. Ob eine Widerrufbarkeit Ihres Darlehensvertrages vorliegt, können Sie im Rahmen einer kostenlosen Erstprüfung durch einen Rechtsanwalt feststellen lassen.

Sollte dies der Fall sein, können Sie Ihr Fahrzeug trotz der vielen Unannehmlichkeiten im Zuge des Abgasskandals von Porsche & Co. relativ einfach abstoßen und auf eine umweltfreundlichere Alternative umsteigen.

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