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Missbrauch von EC- und Kreditkarten

Der Missbrauch von EC- und Kreditkarten durch Unbefugte ist leider keine Seltenheit. Ob durch Auslesen und Ausspähen der Kartendaten oder durch Diebstahl von Karten – die Möglichkeiten sind vielfältig. Zusätzlich zu dem bedrückenden Gefühl, das Opfer eines Diebstahls geworden zu sein, kommt für Betroffene noch der Ärger mit der kartenausgebenden Bank oder Sparkasse darüber, wer den zuweilen erheblichen finanziellen Schaden nun trägt.

EC- und KreditkartenmissbrauchWichtig für alle Karteninhaber ist: Sobald der Verlust des Portemonnaies bemerkt wird, sollten umgehend sämtliche abhanden gekommene Bankkarten (EC-Karten, Kreditkarten) entweder bei den dafür vorgesehenen Rufnummern der kartenausgebenden Banken und Sparkassen oder beim zentralen Sperr-Notruf (116 116 oder 030 / 4050 4050) gesperrt werden. Dafür ist es notwendig, die entsprechenden Konto- und Kartennummern sowie Bankleitzahlen parat, bestenfalls im Kopf, zu haben.

Hundertprozentiger Schutz nicht möglich

Dennoch lassen sich Kartenmissbrauchsfälle oftmals nicht mehr verhindern. Soweit mit den entwendeten Karten nach der Sperre Bargeldabhebungen oder Verfügungen erfolgten, hat die Bank oder Sparkasse dem Kunden den Schaden zu erstatten.

Problematisch sind jedoch regelmäßig die Fälle, in denen vor der Kartensperre Bargeldabhebungen oder Verfügungen in Geschäften erfolgten. Dann behaupten die Banken und Sparkassen gern, der Kunde habe die PIN auf der Karte notiert bzw. gemeinsam mit dieser aufbewahrt oder andere Sorgfaltspflichten verletzt und berufen sich insoweit auf die Rechtsprechung des BGH zum sogenannten Beweis des ersten Anscheins, um den Kunden auf dem Schaden sitzen zu lassen.

Mit diesem Hinweis der Banken oder Sparkassen müssen sich Betroffene jedoch nicht abfertigen lassen. Die Umstände der Bargeldabhebungen und Verfügungen können durchaus einen Erstattungsanspruch des Kunden ergeben und sollten deshalb ermittelt und geprüft werden. So sind die Banken und Sparkassen verpflichtet, dem Kunden nachzuweisen, dass bei Vorlage der Original-Karte die PIN verwendet und der Vorgang ordnungsgemäß aufgezeichnet wurde. Auch bei Verwendung der Original-Karte nebst PIN ist dem Kunden immer noch die Entkräftung des sogenannten Beweises des ersten Anscheins im Einzelfall möglich, z.B. wenn die Karte vom Kunden zeitnah vor dem Abhandenkommen noch benutzt wurde (Ausspähen möglich) oder wenn die Liste der aufgezeichneten Vorgänge erkennen lässt, dass es zuvor zu mehrfachen Fehlversuchen bei der PIN-Eingabe kam.

Es gibt Sachverhalte, die nicht so eindeutig zugunsten der Bank oder Sparkasse stehen, wie diese häufig meinen. Die Erstattung des Schadens durch die Bank oder Sparkasse nach einem Kartenmissbrauch zu erlangen ist häufig schwierig, aber nicht von vornherein aussichtslos.

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