Mercedes Rückruf – Unsere Erfahrung für Ihr Recht

Wir führen deutschlandweit über 1.000 Verfahren im Mercedes Abgasskandal – soviel wie keine andere Kanzlei – und haben deutschlandweit die ersten 4 Urteile im Abgasskandal gegen die Daimler AG erstritten. Zwei davon am 18.01.2019 am LG Stuttgart.

Mercedes und der Abgasskandal waren für die Kanzlei Werdermann | von Rüden, nicht erst seit dem ersten offiziellen Daimler-Rückruf miteinander verbunden. Dass die Motoren OM 651 und OM 642 von Mercedes im Dieselskandal betroffen sein mussten, lag für uns nahe, weil es entsprechend Berichte aus den USA zu diesem Thema gab. Warum das KBA (das Kraftfahrt-Bundesamt) so lange für diese Einsicht gebraucht hat und erst jetzt eine Rückrufaktion gestartet hat, hat uns von Anfang an zu denken gegeben.

Welche Dieselfahrzeuge sind vom Mercedes Abgasskandal betroffen?

Betroffene Baureihen und Modelle

  • A 180
  • A 200
  • A 220

  • B 180
  • B 200
  • B 220

  • C 180
  • C 200
  • C 220
  • C 250d
  • C 300
  • C 320
  • C 350
  • CLA 200
  • CLA 220
  • CLS 220
  • CLS 250
  • CLS 320
  • CLS 350

  • E 200
  • E 220
  • E 250
  • E 300
  • E 350

  • G 280
  • G 300
  • G 350
  • GL 350
  • GLA 200
  • GLA 220
  • GLC 220
  • GLC 250
  • GLC 350
  • GLE 250
  • GLE 350
  • GLK 200
  • GLK 220
  • GLK 250
  • GLK 350
  • GLS 350

  • ML 250
  • ML 300
  • ML 350

  • R 300
  • R 350

  • S 250
  • S 300
  • S 350
  • SLC 250
  • SLK 250

  • Vito 110
  • Vito 113
  • Vito 114
  • Vito 116
  • Vito 119
  • Vito 122
  • V 200
  • V 250
  • Viano 2.0
  • Viano 2.2

Was Sie als Betroffener jetzt tun sollten – Ihre Möglichkeiten beim Mercedes Rückruf

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Alle Informationen und Ihre Möglichkeiten beim Mercedes Rückruf zusammengefasst

3 Gründe, WvR Law gegen die Daimler AG zu beauftragen:

  1. WvR Law ist hoch spezialisiert auf Rechtsstreitigkeiten gegen die Daimler AG im Abgasskandal.
  2. Unsere Kanzlei führt deutschlandweit über 1.000 Verfahren im Abgasskandal gegen die Daimler AG – soviel wie keine andere.
  3. WvR Law hat deutschlandweit die ersten 4 Urteile im Abgasskandal gegen die Daimler AG erstritten (Landgericht Hanau, Az.: 9 O 76/18, Landgericht Karlsruhe, Az.: 18 O 24/18 und Landgericht Stuttgart Az.: 23 O 178/18 und Az.: 23 O 172/18).

Mercedes Rückruf: Warum Sie sich von der Kanzlei Werdermann | von Rüden gegen Mercedes vertreten lassen sollten

Ganz einfach: Mit einem Mercedes haben Sie ein Premium-Produkt zu einem Premium-Preis erworben, und Sie haben Werbeaussagen wie: „BlueTEC, die sauberste Dieseltechnologie der Welt“ schlicht und ergreifend Glauben geschenkt. Nun sind Sie mit Problemen wie Wertverlust, Fahrverbot, Stilllegung oder schlichtweg Ärger über das fragwürdige Verhalten Ihrer Automarke konfrontiert.

Warum also unsere Kanzlei? – Wir klagen seit 2017 gegen Mercedes und führen momentan 56 Verfahren gegen Daimler. Wir sind damit eine der führenden Kanzleien in Sachen Abgas-Klagen gegen Daimler-Benz. Insgesamt vertreten wir mehr als 3.000 Besitzer von PKWs im Abgasskandal.

Wir sammeln seit einem Jahr Indizien und Beweise, auch im Wege von Private Investigations in Deutschland und den USA, die Ihnen als unseren Mandanten gegen Mercedes helfen.

Wir haben uns sowohl technisch als auch rechtlich in einem Team von 12 Anwälten intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt.

Auch strafrechtlich sind wir für unsere Mandanten tätig geworden. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart (Az.: 260 Js 28161/17) ermittelt seit März 2017 gegen Mitarbeiter des Daimler Konzerns wegen Betruges und strafbarer Werbung.


Ein Beispielsfall mit Berechnung der Rückerstattung aus unserer Praxis

Die Mandantschaft kaufte im Jahr 2016 einen Mercedes GLC 250 d 4Matic mit 204 PS.

Verbauter Motor: OM 651

In diesem Modelltyp ist ein Motor des Typs OM 651 verbaut. Dieser Motorentyp sowie der OM 642 sind laut Medienberichten von Süddeutscher Zeitung, WDR und NDR unter Berufung auf einen Durchsuchungsbeschluss von Mai 2017 Bestandteil der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Stuttgart. Diese geht dem Verdacht nach, dass der Motor zusammen mit einer illegalen Abschalteinrichtung verbaut wurde, wodurch die Abgaswerte auf dem Prüfstand besser als beim tatsächlichen Gebrauch sind. Betroffen sind mehrere Millionen Fahrzeuge unterschiedlicher Fahrzeugklassen, welche in den Jahren 2008 bis 2016 in Europa und den USA mit einem unzulässig hohen Schadstoffausstoß verkauft worden sind.

Was wir wegen des Abgasskandals für Mercedes-Kunden einklagen

Die von Mercedes getäuschte Mandantschaft der Rechtsanwaltskanzlei Werdermann | von Rüden klagt auf Rückabwicklung des Kaufvertrages.

  • Sie will den gesamten Kaufpreis zurück.
  • Das mangelhafte Fahrzeug kann Mercedes zurücknehmen.

Denn: Unserer Mandantschaft wurde vertraglich ein Premium-Fahrzeug zugesichert, welches sie nie bekommen hat. Ein Software-Update kommt für unsere Mandantschaft nicht in Betracht. Durch ein solches Update droht ein erhöhter Kraftstoffverbrauch, ein Leistungsabfall und eine geringere Lebensdauer des Motors. Und noch schlimmer: Experten sind sich einig, dass das Software-Update zu einem erheblichen Mehrverbrauch an dem teuren Harnstoff AdBlue führen wird.

Da sich die Daimler AG weigert, die entsprechend notwendigen Hardware-Umrüstungen vorzunehmen, wird das Problem seitens Mercedes auf den Kunden abgewälzt. Unsere Mandantschaft müsste fortlaufend zur Werkstatt fahren und den teuren Harnstoff AdBlue auf eigene Kosten nachfüllen. Zudem droht ein Dieselfahrverbot in vielen Städten Deutschlands. Das hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig dieser Tage mehr als deutlich gemacht. Auch die Richter des Verwaltungsgerichts Stuttgart sind sich einig, dass ein Software-Update nicht ausreichen wird, um die gesetzlich vorgeschriebenen Stickoxidwerte einzuhalten.

Was unsere Mandantschaft im Erfolgsfall bekommen sollte

So können Sie die Rückerstattungssumme berechnen

(Kaufpreis in EUR x gefahrene Kilometer) / (300.000 km – Kilometerstand bei Kauf)

Beispiel:
(22.500 EUR x 50.000) / (300.000 km – 80.000 km) = 5.113,64 (Nutzungsersatz)
Rückerstattung = 22.500 EUR – 5.113,64 EUR = 17.386,36 EUR
 
In der Beispielrechnung würde der Kunde somit noch eine Rückerstattung von 17.386,36 EUR erhalten. Daneben erhält der Kunde sämtliche seiner Zahlungen, egal ob Darlehnsrate oder Barzahlung, ab dem Zeitpunkt der Zahlung verzinst. Die Rückabwicklung des Kaufvertrages stellt somit die lukrativste und unkomplizierteste Möglichkeit dar, sich von dem „Schummeldiesel“ zu lösen.
 

Mercedes hat viel von unseren Mandanten gehört

Am 02.08.2017 hat die Rechtsanwaltskanzlei Werdermann | von Rüden als eine der ersten Kanzleien in Deutschland eine Klage gegen die Daimler AG anhängig gemacht. Die Klage wird vielen Mercedes-Kunden den Weg zu ihrem Recht ebnen, denn das war erst der Beginn einer ganzen Reihe von Klagen, mit denen sich die Justiz im Rahmen des Abgasskandals auseinandersetzen wird.

Folgende Verfahren haben wir anhängig gemacht

Gericht Geschäftszeichen Modell Motor
LG Frankenthal 8 O 55/18 E 220 CDI OM 651
LG Darmstadt 13 O 101/18 ML 280 CDI OM 642
LG Kleve 1 O 148/18 E 350 T CDI OM 642
LG Mönchengladbach 6 O 40/18 C 250 T CDI OM 651
LG Regensburg 73 O 189/18 B 180 CDI OM 651
LG Hamburg 305 O 54/18 E 350 BT OM 642
LG Freiburg 5 O 69/18 C 220 OM 651
LG Karlsruhe 21 O 37/18 E 350 OM 642
LG Köln 2 O 10/18 C 220 OM 651
LG Berlin 15 O 79/18 C 200 CDI OM 651
LG Stuttgart 23 O 56/18 GLA 220 CDI OM 651
LG Stuttgart 28 O 29/18 E 250 CDI / A 200 CDI OM 651
LG Berlin 36 O 58/18 V 250 BlueTec OM 651
LG Berlin 12 O 40/18 ML 250 BT OM 642
LG Stuttgart 2 O 14/18 CLA 220 OM 651
LG Stuttgart 24 O 19/18 ML 300 CDI BlueEfficiency OM 642
LG Stuttgart 30 O 40/18 Sprinter 350 CDI OM 651
LG Verden 8 O 32/18 A 200 CDI OM 651
LG Kiel 17 O 60/18 E 220 CDI BlueEfficiency OM 651
LG Hanau 9 O 76/18 Westfalia
LG Landshut 44 O 1241/18 GLC 220 OM 651
LG Köln 2 O 152/18 C 250 T CDI OM 651
LG Itzehoe 7 O 133/18 E 220 CDI OM 651
LG Osnabrück 5 O 758/18 E 220 T CDI OM 651
LG Duisburg 2 O 69/18 GLK 220 CDI OM 651
LG Nürnberg 10 O 1767/18 ML 350 CDI OM 642
LG Hamburg 333 O 58/18 GLE 350 OM 642
LG Hagen 6 O 15/18 E 220 CDI OM 651
LG Köln 8 O 85/18 C 220 CDI BlueEfficiency OM 651
LG Darmstadt 27 O 100/18 GLC 220 OM 651
LG Frankfurt a.M. 2-12 O 57/18 E 220 BlueTec OM 651
LG Münster 012 O 52/18 GLK 200 CDI OM 651
LG Köln 5 O 89/18 GLK 220 CDI BlueEfficiency OM 651
LG Gera 4 O 227/18 E 220 OM 651
LG Magdeburg 10 O 320/18 Viano 2,2 CDI OM 651
LG Nürnberg 10 O 2802/18 E 220 CDI OM 651
LG Köln 7 O 102/18 E 200 CDI OM 651
LG Stade 2 O 71/18 E 350 CDI OM 642
LG Wuppertal 5 O 114/18 E 220 OM 651
LG Hamburg 312 O 75/18 C 220 CDI OM 651
LG Berlin 38 O 107/18 C 220 OM 651
LG Köln 7 O 103/18 GLK 350 CDI OM 642
LG Landshut 44 O 364/18 E 220 OM 651
LG Karlsruhe 7 O 122/18 GL 350 OM 642
LG Hamburg 316 O 99/18 ML 350 CDI OM 642
LG Stuttgart 21 O 109/18 S 350 OM 642
LG Karlsruhe 18 O 24/18 C 220 OM 651
LG Halle 4 O 11/18 E 250 CDI OM 651
LG Mannheim 8 O 100/18 R 350 CDI OM 642
LG Saarbrücken 12 O 75/18 E 350 OM 642
LG Zwickau 7 O 193/18 E 250 BlueTec OM 651
LG Bremen 2 O 607/18 E 280 CDI OM 651
LG Aschaffenburg 13 O 157/18 E 300 CDI OM 642
LG Memmingen 22 O 539/18 Vito 122 CDI OM 642
LG Würzburg 12 O 847/18 CLA 220 OM 651
LG Oldenburg 4 O 1204/18 C 180 OM 651

WVR erstreitet Sachverständigengutachten vor dem LG Stuttgart

In der Sache 24 O19/18 ist ein gerichtliches Sachverständigengutachten angeordnet worden. Danach soll der Sachverständige zur Motorsteuerungssoftware und zum SCR-Katalysator Stellung nehmen.
Wir gehen davon aus, dass alle Fahrzeuge mit den Motoren OM 651 oder OM 642 betroffen sind. Es handelt sich hierbei um die untenstehenden Modelle.

Welche Motoren und Baureihen sind vom Mercedes Rückruf betroffen?

Es geht um zwei Turbodiesel-Modellfamilien:

Den OM 642, ein V6-Turbodiesel mit drei Litern Hubraum und den Vierzylinder OM 651 mit 1,8 oder 2,1 Litern Hubraum (OM steht für Oel-Motor)

Die Mercedes C-Klasse als C 180 CDI Blue Efficiency ist vom Verdacht betroffen; Die Baureihen W 204, W 211, W 212, W 246, C 218, W 221, W 251, W 164, X 204 und W 166 ebenfalls; bei den Nutzfahrzeugen: die Baureihen 639 und 906.

Der kräftigere OM 642 Motor wurde 2005 in der C- und E-Klasse eingeführt. Er steckt oder steckte vor allem, in Fahrzeugen, oberhalb des Kompaktsegments in der M-, R-, G-, GL- und S-Klasse, außerdem im GLK, CLK und CLS sowie den Vans Vito und Viano sowie im Sprinter. Er gilt als Auslaufmodell (Nachfolger: der Reihensechszylinder OM 656). OM 651 Motoren sind in der A-, B-, CLA- und GLA-Klasse sind hier ebenso betroffen wie der SLK-Roadster, die S-Klasse oder Vito, V-Klasse und Sprinter. Auch für Hybridmodelle wird der OM 651 bei Mercedes verwendet.


Ergebnis der Deutschen Umwelthilfe

Im Sommertest der Deutschen Umwelthilfe 2016, stellte sich bereits heraus, dass Mercedes-Modelle die zulässigen Höchstgrenzen der Abgaswerte um das bis zu 13-Fache übersteigen. Die Deutsche Umwelthilfe stellte in der Wintermessung 2017/18 weiter fest, dass die Abgaswerte der Modelle A 200 und S 300 die zulässigen Grenzwerte um das bis zu 6-Fache übersteigen.

Auch die Niederländische TNO hatte in mehreren Tests zwischen 2015 und 2017 eine Überschreitung der Stickoxidgrenzwerte festgestellt. Ähnlich verhielt es sich bei den Messungen der amerikanischen Emission Analytics bei mehreren Mercedes-Modellen: Auch hier gab es eine Überschreitung der Abgasgrenzwerte. Ebenso konstatierte das Bundesumweltamt in eigenen Untersuchungen eine Überschreitung der Grenzwerte bei Fahrzeugen mit der Euro 6 Norm.


Soll man das Mercedes-Update durchführen lassen?

Die Frage ist mehr als berechtigt. Viele unserer Mandanten in Sachen Volkswagen mussten nach dem Update technische Mängel feststellen.

Es ist eine nicht nur vereinzelt vertretene Auffassung, dass der Abgasbetrug sich nicht so einfach digital zurückdrehen lässt, wie es die Chefetage der Autohersteller gerne hätte. Folgende Probleme im Nachgang zur Nachrüstung sind uns bekannt:

  • Einige Autos springen danach nicht mehr an.
  • Probleme mit der Abgasrückführung (AGR).
  • Autos bleiben liegen.

Der Mercedes-Rückruf durch das Kraftfahrt-Bundesamt

Ein Jahr nach Einreichung der ersten Klage gegen Mercedes durch unsere Kanzlei hat es nun auch das Kraftfahrt-Bundesamt geschafft, sich die Mercedes-Modelle genauer anzuschauen. Umgehend entschloss es sich daraufhin, zunächst einen Rückruf des Mercedes Vito 1.6 Liter Diesel Euro 6 zu veranlassen.

Bei der Überprüfung des Fahrzeugtypen Mercedes Vito 1.6 Liter Diesel Euro 6 wurden durch das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) unzulässige Abschalteinrichtungen festgestellt. Die unzulässigen Strategien beziehen sich auf den Einsatz des SCR-Abgasreinigungssystems. Aufgrund der eingebauten Abschalteinrichtungen kann es im Betrieb der Fahrzeuge zu erhöhten NOx-Emissionen kommen.

Anordnung des Mercedes Rückrufs

Mit Bescheid vom 23.05.2018 wurde für den Mercedes Vito 1.6 Liter Diesel Euro 6 (1.372 Fahrzeuge in Deutschland und 4.923 Fahrzeuge weltweit) ein verpflichtender Rückruf angeordnet.

Mit diesem spezifischen Mercedes-Rückruf wurde der Hersteller aufgefordert, die unzulässigen Abschalteinrichtungen aus den betroffenen Fahrzeugen nach der Freigabe des Maßnahmenpakets durch das KBA zu entfernen.

Rückruf Mercedes: Bald auch Baureihen C und G?

Das Kraftfahrt-Bundesamt prüft nach SPIEGEL-Informationen weitere Modelle der Daimler AG. Nicht nur beim Transporter Vito soll der Konzern manipuliert haben, sondern auch bei beliebten Massenmodellen. Es kann also gut sein, dass demnächst auch die Baureihen C und G vom Mercedes-Rückruf betroffen sind und somit Teil des Mercedes-Dieselskandals werden. Mit uns haben Sie erfahrene Partner an Ihrer Seite, um im Falle weiterer Mercedes-Rückrufe Ihr Recht geltend zu machen!

Unsere Meinung: Salami-Taktik – Quasi alle Mercedes-Modellreihen werden im Rückruf folgen

Sie fragen sich, ob unsere Mutmaßungen Hand und Fuß haben? Eigentlich ist es ganz einfach: Das Prinzip der Salamitaktik ist bereits aus dem Volkswagen-Abgasskandal bekannt. Zunächst erfolgte der Rückruf für wenige Modelle; nach und nach stellte sich allerdings heraus, dass weit mehr Diesel-Modelle von Volkswagen und Audi vom Abgasskandal betroffen gewesen sind. Wie jetzt im Fall von Mercedes wurde zuvor alles abgestritten. Es ist äußerst wahrscheinlich, dass sich der Mercedes-Rückruf auf weitere Modelle ausweiten wird.

Umfassender Mercedes-Rückruf? – Die folgenden Presseberichte untermauern unsere Vermutung:

Die AdBlue-Lüge

Die AdBlue Versprechen von Daimler weisen unserer Ansicht nach erhebliche Übertreibungen auf. Sie sind unserer Auffassung nach unrichtig, führen aber rein logisch zu dem Ergebnis, dass es nicht mit rechten Dingen zugehen kann.

Für Stickoxide dürften nach Euro 5 lediglich 180 mg/km, nach Euro 6 maximal 80 mg/km ausgestoßen werden. Um die Abgase zu reinigen setzt Daimler in den Blue-Tec Modellen auf sogenannte SCR-Katalysatoren. Hersteller des für diese Technik notwendigen AdBlue ist unter anderem Nigrin. Diese beschreibt die SCR-Technik wie folgt:

„Die SCR-Technologie besteht aus zwei Komponenten: Dem SCR Katalysator (Selective Catalytic Reduction) und einem Dosiersystem, dass dem Katalysator genau die Menge AdBlue® zuführt, die zum Abbau des Stickoxids benötigt wird.“

„Bei schnellerem Fahren wird zum Beispiel mehr AdBlue® benötigt. Die AdBlue®-Tanks befinden sich – abhängig vom Hersteller oder Fahrzeugtyp – an verschiedenen Stellen. Die Lage des Tanks spielt keine Rolle, da die Harnstoff-Wasser-Lösung über Leitungen zum Beispiel auch vom Heck aus in den Katalysator geführt werden kann.

Im ersten Schritt wird AdBlue® im Katalysator zu Ammoniak und Wasser umgewandelt. Das erzeugte Ammoniak sorgt dann im zweiten Schritt für den Abbau der Stickoxide in den Abgasen. Mehr als 90 Prozent des schädlichen Gases werden so umgewandelt.“

Ergebnis: Es zeigt sich somit, dass eine intensive Einspritzung eine gute Reinigung ergibt. Wird dagegen zu wenig eingespritzt, nimmt der Stickoxidanteil im Abgas wieder zu.

Was sagt der Professor zum AdBlue Verbrauch?

Prof. Dr. Klaus Schreiner von der Hochschule Konstanz, der als anerkannter Experte für Motorentechnik gilt, geht davon aus, dass zur normkonformen Abgasreinigung eine AdBlue-Menge von fünf bis acht Prozent der Dieselmenge benötigt wird.

Ein von der Kanzlei Werdermann | von Rüden gebildetes Beispiel

Ein einfaches Rechenbeispiel verdeutlicht, dass die von der Beklagten verbauten Tankgrößen bei Weitem nicht die Kapazität haben, um Abgase zwischen zwei Inspektionsintervallen – diese beträgt bei der Beklagten 20.000 km – ausreichend sauber reinigen zu können. Es wird dabei ein mittlerer AdBlue-Bedarf von 6,5 % des Dieselverbrauchs unterstellt, sowie ein höchst konservativ angesetzter Dieselverbrauchswert von 6 Litern.

Dieselverbrauch 6 Liter / 100 km
AdBlue®-Verbrauch 0,39 Liter / 100 km
Reichweite mit 8 Liter AdBlue®-Tank: 2.051,23 km
Reichweite mit 16 Liter AdBlue®-Tank 4.102,46 km
Reichweite mit 24 Liter AdBlue®-Tank 6.153,69 km
Reichweite mit 32 Liter AdBlue®-Tank 8.204,92 km
Reichweite mit 40 Liter AdBlue®-Tank 10.256,15 km
Reichweite mit 80 Liter AdBlue®-Tank 20.512,30 km/td>

Aus der Größe des AdBlue-Tanks ergibt sich also automatisch die Reichweite, die das Auto mit sauberen Abgasen erreicht. Das hieße, dass die Kunden mit 8-Liter-Tank bei rund jedem zweiten Tankstopp auch den AdBlue-Tank auffüllen müssten um saubere Abgase zu erreichen. Dies ist jedoch nicht der Fall und so werden in rund 80% der Fahrzeit überhöhte Stickoxidwerte ausgestoßen.

Absprachen zu AdBlue im Kartell

Auch das vermutete, jedoch noch nicht nachgewiesene Kartell von Mercedes und anderen großen Autoherstellern spricht für eine AdBlue-Reinigung, die zumindest nicht so funktioniert, wie es in der Werbung angepriesen wurde.

Der Spiegel berichtete über das Kartell der deutschen Automobilhersteller:

„Nach mehreren Treffen, Telefonaten und Mails einigten sich Daimler, Audi, BMW und VW im September 2008 auf die Einführung eines Acht-Liter-Tanks für alle Fahrzeuge. Die Argumente waren: leichtes Gewicht, niedriger Preis und genügend Platz für Golfbags im Kofferraum.“ („Mit dem Beschluss zur Einführung der kleinen Tanks wuchsen erste Zweifel, besonders in den für die Fahrzeugzulassung zuständigen Abteilungen. In dieser Phase machten die Zulassungsbehörden in den USA Ärger. Sie verlangten, die Tanks sollten so viel Harnstoff enthalten, dass sie erst bei einer Inspektion nach rund 16000 Kilometern aufgefüllt werden müssen. Ein Nachtanken zwischen den Inspektionsterminen wollten sie nicht akzeptieren. Sie drohten sogar, die Fahrzeuge nicht mehr zuzulassen.

Die Autobauer reagierten irritiert. Es kam zum Streit zwischen den unterschiedlichen Abteilungen in den jeweiligen Häusern. Und auch in den geheimen Kungelrunden wurde heftig diskutiert. Um die US-Auflagen zu erfüllen, brauchte man bei einem „mittleren AdBlue-Verbrauch ein Mindesttankvolumen von 19 Litern“, heißt es in einer von Audi erstellten Unterlage. Das werde auch von Daimler, VW und BMW so gesehen.

Dagegen hielten die eigenen Marketingabteilungen solche Tanks für zu schwer und zu groß. „Diese Zielkonflikte“, schreiben die Audi-Manager in einem Papier, müssten „übergreifend“ gelöst werden. Auch solle ein „abgestimmtes Zukunftsszenario dringend forciert“ werden. Das gelang schließlich im Juni 2010. Die Marketing- und Vertriebsabteilungen hatten sich durchgesetzt. Die Konzerne einigten sich auf die Einführung kleiner Tanks. In Europa sollte es bei der bereits beschlossenen Zielgröße von acht Litern bleiben. Für die USA waren 16-Liter-Tanks geplant. Audi durfte bei einigen Modellen etwas größere Tanks verbauen.


Wusste der Vorstand etwas?

Der Einbau einer Abschaltsoftware kann nicht von wenigen Mitarbeitern im Alleingang vorgenommen worden sein. Vielmehr waren mehrere Abteilungen involviert. So musste das Problem mit der Abgasnachbehandlung zumindest in einer Abteilung erkannt werden. Eine Abwägung zwischen größerem Kofferraum und größerem AdBlue-Tank unter Marketing- und Vertriebsgesichtspunkten erfordert eine Abstimmung mehrerer Abteilungen. Und nicht zuletzt muss eine Software programmiert werden, die zuverlässig Prüfstandszenarien erkennt. All dies kann nicht am Vorstand vorbei geschehen.

 

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