Rote Ampel überfahren

Wann liegt ein Rotlichtverstoß vor?

Rote Ampel

Ein Verkehrsteilnehmer, der eine rote Ampel überfährt und in den geschützten Bereich einfährt, begeht eine Ordnungswidrigkeit gem. § 49 Abs. 3 Nr. 2 i. V. m. § 37 Abs. 2 Nr. 1 u. 2 StVO. Dieser geschützte Bereich (auch Gefahrenbereich genannt) ist der Bereich hinter der Ampelanlage, also i. d. R. die Kreuzung oder der Bahnübergang. Der Gefahrenbereich ist meistens an einer Linie zu erkennen. Überfährt der Autofahrer die Ampel, fährt aber nicht in den geschützten Bereich ein, spricht man von einem sog. Haltelinienverstoß.

Um diese beiden Verstöße voneinander abzugrenzen wird der Verkehrsteilnehmer i. d. R. zweimal geblitzt. Somit kann die prüfende Behörde beurteilen, ob der Fahrer tatsächlich in den Gefahrenbereich eingefahren ist.

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Was droht bei einem Haltelinienverstoß?

Falls der Verkehrsteilnehmer die rote Ampel zwar überfährt, aber noch vor dem geschützten Bereich anhält, begeht er einen sog. Haltelinienverstoß. Somit wird lediglich gegen § 41 StVO Zeichen 294 (Haltlinie) verstoßen. Dafür droht ein Bußgeld in Höhe von 10 EUR oder 70 EUR, wenn durch das Überfahren ein anderer gefährdet wird.

Rote Ampel überfahren – einfacher und qualifizierter Verstoß

Wird eine rote Ampel überfahren und in den Gefahrenbereich eingedrungen, kommt es des Weiteren darauf an, wie lange die Ampel schon rot war. Von der Art des Rotlichtverstoßes hängen nämlich die Höhe und die Dauer der drohenden Sanktion ab. Man unterscheidet zwischen den einfachen und qualifizierten Rotlichtverstößen.

Einfacher Rotlichtverstoß

Man spricht von einem einfachen Rotlichtverstoß, wenn die Ampel beim Überfahren weniger als eine Sekunde lang rot war. Bei einem einfachen Rotlichtverstoß droht dem Verkehrssünder ein Bußgeld in Höhe von mindestens 90 EUR und 1 Punkt in Flensburg.

Wird dabei eine andere Person gefährdet oder ein Sachschaden verursacht, beträgt das Bußgeld bis zu 240 EUR. Man bekommt zusätzlich 2 Punkte in Flensburg und muss mit einem Fahrverbot für einen Monat rechnen.

BeschreibungBußgeldPunkteFahrverbot
Ampel bei „Rot“ überfahren90,00 €1
… andere gefährdet200,00 €21 Monat
… Sachschaden verursacht240,00 €21 Monat

Qualifizierter Rotlichtverstoß

Dauert die Rotphase beim Überfahren schon länger als eine Sekunde, drohen dabei ein Bußgeld in Höhe von 200 EUR, 2 Punkte in Flensburg und ein einmonatiges Fahrverbot. Auch bei einem qualifizierten Rotlichtverstoß ist es aber bei Gefährdung anderer oder bei Verursachung von Sachschäden mit höheren Sanktionen zu rechnen.

BeschreibungBußgeldPunkteFahrverbot
Ampel bei „Rot“ überfahren (Rot bereits sehr mehr als 1 Sekunde)200,00 €21 Monat & je nach Tatbegehung Geldstrafe, Führerscheinentzug und Freiheitsstrafe bis 5 Jahre gemäß § 315c StGB möglich
… andere gefährdet320,00 €21 Monat & je nach Tatbegehung Geldstrafe, Führerscheinentzug und Freiheitsstrafe bis 5 Jahre gemäß § 315c StGB möglich
… Sachschaden verursacht360,00 €21 Monat & je nach Tatbegehung Geldstrafe, Führerscheinentzug und Freiheitsstrafe bis 5 Jahre gemäß § 315c StGB möglich

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Rotlichtverstoß in der Probezeit

Fahranfänger in der Probezeit

Die Fahranfänger müssen sich in der Probezeit, also innerhalb der ersten 2 Jahre, sehr genau an das Verkehrsrecht und die Verkehrsregeln halten. Der Bußgeldkatalog sieht in der Probezeit verschärfte Sanktionen für das Überfahren einer roten Ampel vor. Bei den jungen Fahrern wird nämlich nicht zwischen den einfachen und qualifizierten Rotlichtverstößen unterschieden. Selbst wenn die Ampel beim Überfahren erst unter einer Sekunde rot war, handelt es sich um einen sog. A-Verstoß, d.h. um einen schwerwiegenden Verstoß.

Führerschein auf Probe und ein A-Verstoß: Aufbauseminar

Ein A-Verstoß führt automatisch zu einer Verlängerung der Probezeit von zwei auf vier Jahre. Der Fahranfänger wird zusätzlich aufgefordert, ein sog. Aufbauseminar zu besuchen. Dieses muss innerhalb der vorgegebenen Frist vollständig absolviert werden. In der Regel beträgt die Frist drei Monate. Der auffällig gewordene Fahrer hat zusätzlich eine Bearbeitungsgebühr für das Aufforderungsschreiben zu tragen und zwar in Höhe von ca. 30 EUR. Daneben bleibt der Fahrer dazu verpflichtet das angeordnete Bußgeld zu bezahlen.

Ein Aufbauseminar kann in einer dazu lizenzierten Fahrschule besucht werden und ist mit weiteren Kosten verbunden. Die jeweilige Fahrschule kann den Preis selbst festlegen, weswegen die Preise zwischen 150 EUR und 400 EUR variieren.

Der Fahranfänger muss dann während der verlängerten Probezeit noch vorsichtiger sein. Bei einem erneuten A-Verstoß erhält er eine schriftliche Verwarnung und wird zu einer verkehrspsychologischen Beratung eingeladen. Er ist zur Teilnahme jedoch nicht verpflichtet.

Falls es aber zu einem erneuten A-Verstoß kommen sollte, wird der Führerschein sofort entzogen und eine sogenannte Sperrfrist angeordnet. Erst drei Monate vor Ablauf der Sperrfrist kann der Führerschein erneut beantragt werden.

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Rotlichtverstoß: Ampelanlage mit Grünpfeil

Man sollte zwischen zwei Arten von „grünen Pfeilen“ unterscheiden.

Der grüne Pfeil in der Streuscheibe des grünen Ampellichtes bedeutet, dass der Verkehr nur in Richtung des Pfeiles freigegeben ist. Bei einem leuchtenden Grünpfeil darf der Teilnehmer nicht warten, sondern ist zum Abbiegen verpflichtet.

Grünpfeil

Der Grünpfeil i. S. d. § 37 Abs. 2 Nr. 1 Satz 8 bis 10 StVO stellt dagegen eine nicht leuchtende Ergänzung an Lichtzeichenanlagen dar, durch die die Wartezeit für Rechtsabbieger bei bestimmten Verkehrssituationen verkürzt wird. Dargestellt wird er durch einen nach rechts gerichteten Pfeil auf einem Zusatzschild rechts neben dem roten Licht der Ampel (Zeichen 720).

Der Grünpfeil erlaubt es trotz eines roten Lichtzeichens an einer Ampel nach rechts abzubiegen. Es wird jedoch vorausgesetzt, dass der Verkehrsteilnehmer zuvor an der Haltelinie angehalten hat und eine Behinderung oder Gefährdung anderer ausgeschlossen ist. Im Gegensatz zu einem leuchtenden Grünpfeil kann der Fahrer frei darüber entscheiden, ob er nun abbiegen möchte oder nicht. Entscheidet man sich jedoch dafür, ist wieder die höchste Vorsicht geboten. Beim Abbiegen an einem (nicht leuchtenden) grünen Pfeil muss man immer anhalten, anderenfalls droht ein Bußgeld in Höhe von bis zu 180 EUR und 1 Punkt in Flensburg. Allein für das bloße nicht Anhalten muss man 70 EUR bezahlen.

BeschreibungBußgeldPunkteFahrverbot
Am Grünpfeil bei roter Ampel nicht den rechten Fahrstreifen zum Einbiegen benutzt15,00 €
… mit Behinderung auf der durch den Grünpfeil freigegebenen Richtung35,00 €
Am Grünpfeil bei roter Ampel abgebogen, ohne vorher anzuhalten70,00 €1
Gefährdung des Kreuzungsverkehrs beim Überfahren der Ampel aufgrund des Grünpfeils100,00 €1
… mit Unfall120,00 €1
Beim Abbiegen an einem grünen Pfeil Fahrradfahrer oder Fußgänger behindert100,00 €1
… mit Gefährdung150,00 €1
… mit Unfall180,00 €1

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Fahrradfahrer und Rotlichtverstoß

Fahrradfahrer in der Stadt

Als Fahrradfahrer muss man auch mit einem Bußgeldbescheid bei einem Rotlichtverstoß rechnen. Auch hier gilt weiter die Differenzierung zwischen einfachen und qualifizierten Rotlichtverstößen.

Es ist durchaus möglich, dass ein Fahrradfahrer geblitzt wird. Seine Identität ist aber wegen des fehlenden Kennzeichens schwer zu ermitteln. In der Regel werden die Fahrradfahrer also im Rahmen einer polizeilichen Verkehrskontrolle angehalten.

Jeder Fahrradfahrer bekommt eine Geldbuße in Höhe von mindestens 60 EUR und zusätzlich 1 Punkt in Flensburg. Es ist also durchaus möglich, dass ein Fahrradfahrer seinen Führerschein entzogen bekommt, obwohl er nicht mit einem Auto gefahren ist.

Seit dem 1. Januar 2017 müssen sich alle Fahrradfahrer bei Fehlen einer speziellen Ampel für Radfahrer nach der Lichtanzeige für den Autoverkehr richten.

BeschreibungBußgeldPunkte
Fahren über eine rote Ampel60,00 €1
… mit Gefährdung100,00 €1
… es kam zum Unfall oder Sachbeschädigung120,00 €1
Fahren über eine rote Ampel, die bereits länger als eine Sekunde rot war100,00 €1
… mit Gefährdung160,00 €1
… es kam zum Unfall oder Sachbeschädigung180,00 €1

Fahrradfahrer ohne Führerschein

Wichtig! Auch derjenige, der noch keinen Führerschein besitzt, bekommt Punkte in Flensburg. Das kann einem angehenden Fahrer durchaus Probleme bereiten.

Kinder ab 14 Jahren haben mit einem Bußgeldbescheid zu rechnen. Ein Teenager, der einen Führerschein bekommen möchte, muss warten bis alle Punkte in Flensburg verjähren. Die Verjährungsfrist für den Rotlichtverstoß beträgt 2,5 Jahre.

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Gelbe Ampel überfahren

Gelbe Ampel

Der Verkehrsteilnehmer ist gem. § 37 Abs. 2 Nr. 1 und 2 StVO bei einer gelb leuchtenden Ampel verpflichtet vor der Kreuzung auf das nächste Zeichen zu warten. Daraus folgt, dass eine gelbe Ampel grundsätzlich nicht ohne Weiteres überfahren werden darf. In Ausnahmesituationen ist es jedoch erlaubt und zwar, wenn:

  • eine gefahrlose Bremsung nicht möglich ist

oder

  • der Fahrer durch eine mittelstarke Bremsung nicht an der Haltelinie anhalten kann.

Nicht jeder Blitzer ist so eingestellt, dass ein Foto bei einem Gelblichtverstoß geschossen wird. Sollten Sie aber bei Gelb geblitzt worden sein, lohnt es sich einen Einspruch einzulegen. Das Foto lässt nämlich nicht erkennen, ob man bspw. einen Auffahrunfall vermeiden wollte. Ein solcher Umstand könnte dazu führen, dass eine gefahrlose Bremsung unmöglich war und somit das Überfahren der gelben Ampel ausnahmsweise erlaubt.

Der Bußgeldkatalog sieht für das Überfahren einer gelben Ampel folgende Sanktionen vor.

BeschreibungBußgeld
Obwohl eine gefahrlose Bremsung möglich gewesen wäre, wurde das Gelblicht nicht beachtet10,00 €
Missachtung des Rotlichts in Verbindung mit dem Gelblicht15,00 €

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Wie soll sich der Fahrer bei einem Rotlichtverstoß verhalten?

Falls der Fahrer von der Polizei angehalten wird, sollte er sich auf sein Recht zu Schweigen berufen. Der Fahrer ist nicht dazu verpflichtet sich zu dem Vorfall zu äußern. Selbst die scheinbar „ungefährlichen“ Äußerungen können Konsequenzen nach sich ziehen. Sagt der Fahrer er hatte gehofft es noch rechtzeitig zu schaffen, so gibt er mittelbar zu, diese Ordnungswidrigkeit bewusst begangen zu haben.

Nach der Zustellung des Anhörungsbogens gilt es weiter – man hat das Recht zu Schweigen. Der Fahrer darf die Frist fruchtlos verstreichen lassen. Der Fahrer sollte besser schweigen als lügen. Machen Sie also nie falsche Angaben bzgl. der Person des Fahrers!

Der Fahrer sollte schnellstmöglich einen Anwalt für Verkehrsrecht aufsuchen, damit er rechtzeitig einen Einspruch einlegen kann. Es ist vor allem dann empfehlenswert, wenn dem Fahrer ein Fahrverbot droht und er auf seinen Führerschein beruflich angewiesen ist oder wenn man die Ordnungswidrigkeit in der Probezeit begangen hat.

Rote Ampel überfahren und geblitzt: mögliche Gründe für einen Einspruch

Blitzer

Der Verkehrsteilnehmer, der einen Bußgeldbescheid bekommen hat, kann innerhalb von zwei Wochen schriftlich einen Einspruch bei der zuständigen Bußgeldbehörde einlegen. Der Einspruch muss jedoch begründet sein. Als mögliche Gründe kommen insbesondere in Betracht:

  • das Nummernschild oder der Fahrer ist nicht erkennbar,
  • die Gelbphase war zu kurz,
  • die erste Induktionsschleife war falsch platziert.

Wichtig! Sie sollten Ihre Fahrereigenschaft nicht zu schnell einräumen! Es ist nicht Aufgabe des Betroffenen, seine Unschuld zu beweisen.

Bei Rot geblitzt: unscharfes Foto

Lässt das Foto tatsächlich den Fahrer oder das Nummernschild nicht eindeutig erkennen, sollte der Betroffene es in Erwägung ziehen einen Verkehrsrechtsanwalt zu beauftragen. Je schlechter die Fotoqualität, umso höhere Anforderungen sind an die Begründung des Urteils zu stellen.

Der geblitzte Fahrer sollte sich jedoch nicht zu früh über ein unscharfes Foto freuen. Meistens hat die Behörde ein Blitzerfoto mit einer besseren Qualität in der Akte.

Falls überhaupt kein Foto beigefügt wurde, heißt das noch nicht, dass keins existiert. Die Bußgeldbehörden schicken ihre Bescheide aber meistens dann ohne beigefügtes Foto, wenn es von schlechter Qualität ist und dementsprechend auch angreifbar ist. Deswegen lohnt es sich immer erstmal das Foto anzufordern.

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Bei Rot geblitzt: verdecktes Gesicht

Der betroffene Fahrer muss auf dem Blitzerfoto einwandfrei identifizierbar sein. Einer fehlerfreien Identifizierung kann insbesondere ein verdecktes Gesicht (bspw. durch eine Sonnenbrille) entgegenstehen. Diese lässt nämlich die wichtigste Gesichtspartie nicht erkennen – die Augen. Man sollte jedoch beachten, dass sich der Richter sehr ausgiebig mit solchem Foto befassen muss. Er betrachtet also auch die charakteristischen Merkmale, die den Verkehrssünder identifizieren lassen.

Es hängt also vom Einzelfall ab, ob ein verdecktes Gesicht zur Ungültigkeit des Fotos führt. Es können auch mehrere Unwirksamkeitsgründe gleichzeitig in Betracht kommen wie bspw. eine falsche Platzierung der Induktionsschleife. Falls der Fahrer also mit einem verdeckten Gesicht geblitzt wurde, ist es ratsam einen Anwalt für Verkehrsrecht zu beauftragen, damit er die Erfolgsaussichten beurteilen kann.

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Bei Rot geblitzt: falsch platzierte oder fehlerhafte Induktionsschleife

Der umgangssprachlich genannte „Ampelblitzer“ funktioniert mit den sog. Induktionsschleifen.

Die Induktionsschleifen werden in einem festgelegten Abstand in den Straßenbelag eingelassen. Sie lösen erst beim Überfahren der Haltelinie aus. Überfährt der Fahrer bei roter Ampel auch die Grenze zu dem Gefahrenbereich, wird ein Foto geschossen. Bei Überqueren einer Schleife ist es gleichzeitig möglich die Geschwindigkeit des Fahrers zu bestimmen.

Es kann durchaus passieren, dass die Induktionsschleifen in falschen Abständen platziert werden. Die Induktionsschleifen sind darüber hinaus empfindlich (Hitze, schwere Lasttransporter) und sollten deswegen regelmäßig durch die zuständige Eichbehörde kontrolliert werden. Liegt kein gültiger Eichschein vor, kann man die Messung anfechten.

Es ist nicht lange her, als man im Jahr 2018 in Düsseldorf acht Radarfallen an Ampeln abschalten musste. Grund dafür war die fehlende Zulassung für das Gerät und falsch platzierte Induktionsschleifen.

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Bei Rot geblitzt: Gelbphase zu kurz

Die Dauer der Gelbphase hängt von der zulässigen Höchstgeschwindigkeit ab.

Zulässige HöchstgeschwindigkeitGelbphase
Bei 50 km/h3 Sekunden
Bei 60 km/h4 Sekunden
Bei 70 km/h5 Sekunden
Über 70 km/hLichtzeichenanlagen sollen nicht eingerichtet werden

Es kann durchaus passieren, dass nach einer Veränderung der Beschilderung eine höhere Geschwindigkeit zulässig ist, die Dauer der Gelblichtphase aber nicht an die höhere Geschwindigkeitsgrenze angepasst wurde.

Ob die Gelbphase zu kurz war, lässt sich mittels eines sog. Ampelphasenplanes oder eines Sachverständigengutachtens nachweisen. Es lohnt sich einen Anwalt für Verkehrsrecht zu kontaktieren, damit er alle in Frage kommenden Unwirksamkeitsgründe prüft. Dieser kann ggf. überprüfen, ob Ihre Rechtsschutzversicherung die Kosten eines solchen Gutachtens deckt.

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Wie sieht das Bußgeldverfahren aus?

Das Bußgeldverfahren gliedert sich in drei Etappen: das Vorverfahren, das Zwischenverfahren und das gerichtliche Verfahren. Es beginnt mit der Zustellung des Anhörungsbogens. Die zuständige Behörde hat ab dem Verstoß nur 3 Monate Zeit, um einen Anhörungsbogen zuzustellen. Geschieht das nicht, verjährt der Verstoß.

Vorverfahren und Anhörungsbogen

Die zuständige Behörde hat ab dem Verstoß nur 3 Monate Zeit, um einen Anhörungsbogen zuzustellen. Geschieht das nicht, verjährt der Verstoß.

Das Bußgeldverfahren beginnt mit der Zustellung des Anhörungsbogens.

Es ist ratsam schon an dieser Etappe einen Rechtsanwalt einzuschalten. Ein auf Verkehrsrecht spezialisierter Rechtsanwalt klärt Sie über Ihre Pflichten und Rechte auf. Sie müssen nämlich beachten, dass der Fahrer nicht dazu verpflichtet ist den Anhörungsbogen auszufüllen. Die Zustellung des Anhörungsbogens führt jedoch dazu, dass die 3-monatige Verjährungsfrist erneut zu laufen beginnt. Innerhalb dieser Frist muss dann der Bußgeldbescheid zugestellt werden.

Zwischenverfahren

Der Fahrer hat ab Zugang des Bußgeldbescheides 2 Wochen Zeit, um einen Einspruch einzulegen. Im Rahmen des Zwischenverfahrens prüft die Behörde vor allem, ob der Einspruch form- und fristgerecht eingelegt wurde.

Falls der Fahrer die Frist versäumt, kann er die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand beantragen. Gelingt es nicht, wird der Bußgeldbescheid rechtskräftig.

Die zuständige Behörde leitet den Fall weiter an die Staatsanwaltschaft, die darüber entscheidet, ob das Verfahren einem Richter vorzulegen ist. Wird das Verfahren von dem zuständigen Staatsanwalt nicht eingestellt, bekommt der Fahrer einen Termin zur Hauptverhandlung anberaumt.

Gerichtsverfahren

Die Hauptverhandlung wegen einer Ordnungswidrigkeit findet vor dem zuständigen Amtsgericht statt. Gem. § 73 Abs. 1 OWiG ist der Betroffene zum Erscheinen in der Hauptverhandlung verpflichtet. Nur unter gewissen Umständen kann er auf seinen Antrag von dieser Verpflichtung entbunden werden und zwar „wenn er sich zur Sache geäußert hat oder erklärt, dass er sich in der Hauptverhandlung nicht zur Sache äußern werde, und seine Anwesenheit zur Aufklärung wesentlicher Gesichtspunkte des Sachverhalts nicht erforderlich ist“ (§ 73 Abs. 2 OWiG).

Fahrer nicht identifizierbar: anthropologisches Gutachten

Gem. § 261 StPO ist der Richter frei in seiner richterlichen Beweiswürdigung. D.h. er kann frei darüber entscheiden, ob er das Foto für ausreichend hält und ob er den Fahrer identifizieren kann. Bei einem unscharfen Foto oder einem Foto mit teilweise verdecktem Gesicht besteht die Möglichkeit ein sog. anthropologisches Identitätsgutachten zu beantragen. Es lohnt sich ein solches Gutachten schon vor dem Gerichtstermin fertigen zu lassen. Somit muss der Richter Bezug auf das gefertigte Gutachten nehmen. Ihr Anwalt für Verkehrsrecht informiert Sie über die Kosten eines solchen Gutachtens und prüft, ob Ihre Rechtsschutzversicherung diese Kosten übernimmt.

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Ordnungswidrigkeit: Verjährung

Es ist zwischen der Verfolgungs- und Vollstreckungsverjährung zu unterscheiden. Die Frist zur Verfolgung einer Ordnungswidrigkeit verjährt gem. § 26 Abs. 3 StVG nach drei Monaten. Innerhalb dieser drei Monate muss die Behörde einen Bußgeldbescheid erlassen und ihn dann innerhalb von zwei Wochen zugestellt haben. Die Verfolgungsverjährung kann unterbrochen werden, wenn die Behörde einen Anhörungsbogen (nicht zu verwechseln mit einem Zeugenfragebogen) versendet. Mit der Zustellung des Anhörungsbogens beginnt die Frist erneut für 3 Monate zu laufen (§ 33 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 OWiG). Innerhalb dieser Frist muss dann ein Bußgeldbescheid erlassen werden. Geschieht es nicht, tritt Verjährung ein.
Die absolute Verjährung einer Ordnungswidrigkeit tritt nach zwei Jahren ein.

Die Vollstreckungsverjährung verhindert die Vollstreckung des Bußgeldes und des Fahrverbotes. Gem. § 34 OWiG tritt sie bei einem Bußgeld bis zu 1.000,00 EUR in drei Jahren ein. Bei einem Bußgeld ab 1.000,00 EUR in fünf Jahren. Bis zum Eintritt der Vollstreckungsverjährung sind die unbezahlten Bußgelder zwangsvollstreckbar und es kann u. U. eine Erzwingungshaft angeordnet werden.

Warum lohnt es sich einen Anwalt für Verkehrsrecht zu beauftragen?

Es steht bei einem Bußgeldbescheid viel auf dem Spiel. Dem Fahrer kann unter Umständen ein Fahrverbot drohen. Ist man auf den Führerschein auch beruflich angewiesen, so wird gleichzeitig auch der Job gefährdet.

Einem Rechtsanwalt wird eine umfassende Akteneinsicht gewährt. Er weiß, was zu veranlassen ist und vor allem, wo welche Informationen einzuholen sind. Er kann herausfinden, ob ein Eichschein für das Messgerät vorliegt oder ob der beteiligte Beamte über ausreichende Schulungsnachweise verfügt.

Ein Rechtsanwalt führt Gespräche auf Augenhöhe mit der Behörde bzw. mit der Staatsanwaltschaft. Sie müssen sich keine Sorgen machen, dass irgendwelche Verfahrensfehler unentdeckt bleiben.

Ein Rechtsanwalt hilft Ihnen dabei die Fristen zu wahren bzw. Ihre Sache in den vorigen Stand wiedereinzusetzen, falls die Frist schon verstrichen ist.

Er bietet auch den Vorteil, dass er auf Erfahrung mit ähnlichen Fällen zurückgreifen kann. Er kennt alle Arten von Messgeräten, ihre möglichen Funktionsfehler und weiß, welche Gutachten man fertigen lassen soll, um die Identifizierung des Fahrers anzuzweifeln.

Ein Rechtsanwalt führt außerdem die erforderliche Korrespondenz mit der zuständigen Behörde und ggf. mit Ihrer Rechtsschutzversicherung. Er kümmert sich darum, dass möglichst viele Kosten von Ihrer Rechtsschutzversicherung übernommen werden und klärt Sie über alle Kosten, die auf Sie zukommen.

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