Führerschein

Vermutlich kein anderes behördliches Dokument vermag so viel Enthusiasmus bei 18-Jährigen verbreiten wie der Führerschein. Der sogenannte „Lappen“, der sich inzwischen zu einer schnöden Plastikarte verwandelt hat, verkörpert das Gefühl von Freiheit und Unabhängigkeit.

Inwieweit dem Inhaber der „Freiheit im Scheckkartenformat“ sprichwörtlich die Welt offen steht, wird in dem nachfolgenden Artikel geklärt.

Macht ein Einspruch gegen ein Fahrverbot Sinn?

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Führerschein und Fahrerlaubnis- was ist der Unterschied?

Im allgemeinen Sprachgebrauch werden Führerschein und Fahrerlaubnis häufig gleichbedeutende verwendet. Juristisch gesehen ist dies jedoch falsch.

Führerschein

Zum Erstaunen der meisten ist in Deutschland das Führen von Kraftfahrzeugen verboten. Nur wer eine Fahrerlaubnis erhält, darf in Deutschland ein Kraftfahrzeug führen, § 2 Abs.1 StVG. Wichtigste Voraussetzung hierfür ist neben einigen Nachweisen das Bestehen der der Fahrprüfung.

Um die Fahrerlaubnis gegebenenfalls nachweisen zu können, wird dem Geprüften ein behördliches Dokument über die erteilte Fahrerlaubnis ausgestellt, dies ist der Führerschein.

Diese Unterscheidung ist von Relevanz, wenn ein Fahrverbot verhängt oder die Entziehung der Fahrerlaubnis angeordnet wurde.

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Historischer Abriss zum Führerschein und Fahrerlaubnis

Mit Aufkommen des Automobils durften diese sogar noch ohne Fahrerlaubnis und Führerschein gefahren werden. Lediglich der Verkäufer des Automobils gab dem Käufer eine Einführung in die Technik und den Umgang des Automobils.

Zunehmend führten die einzelnen Regionen (heutige Bundesländer) Prüfungen für die Umgang mit Fahrzeugen ein, die jedoch eher auf den Technischen Umgang abzielten, als auf etwaige Verkehrsregeln.

Hinweis: Die erste Fahrerlaubnis wurde Carl Benz, dem Erfinder des Automobils, im Jahr 1888 ausgestellt.

Erst 1909 wurde von der Regierung das Reichsgesetz über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen für das gesamte Reich verabschiedet. Damit wurden zum ersten Mal Führerscheinklassen für das gesamte Reich festgelegt.

Führerschein mit alter Optik

Die Optik des Führerscheins hat sich im Laufe der Jahre geändert. So wechselte er seine Farbe von Grau zu Rosa und schließlich seit 2013 zu der in Europa einheitlich ausgegebenen Plastikkarte.

Seit 1999 gilt die Fahrerlaubnisverordnung in Deutschland, mit der das europaweit geltende Buchstabensystem der Fahrzeugklassen umgesetzt wurde.

2013 wurde die Einteilung der Fahrzeugklassen europaweit noch einmal modifiziert, sodass es nun bis heute 16 Führerscheinklassen gibt, die auf der Rückseite des Führerscheins aufgelistet sind.

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Was bedeutet die Gültigkeitsfrist des Führerscheins?

Die Klassen AM, A1, A2, A, B, BE, L und T werden ohne zeitliche Begrenzung erteilt. Seit dem 19.01.2013 werden jedoch alle neu ausgestellten Führerscheine mit einem Ablaufdatum von 15 Jahren ausgestellt. Dies soll der Fälschungssicherheit dienen. Das Ablaufdatum bezieht sich jedoch lediglich auf den Führerschein als Dokument, nicht auf die Erteilung der Fahrerlaubnis.

Das neue Führerscheindokument wird nach dem Ablauf der 15 Jahren neu ausgestellt. Hierfür bedarf es keines neuen Nachweises etwaiger Verkehrskenntnisse oder gesundheitlicher Eignung.

Führerscheine, die vor diesem Datum ausgestellt wurden, müssen spätestens bis zum 19. Januar 2033 ausgetauscht werden.

Einen entsprechenden Antrag hat der Führerscheininhaber bei der jeweils zuständigen Fahrerlaubnisbehörde zu stellen.  

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Welche Führerscheinklassen werden befristet ausgestellt?

Einige Führerscheinklassen werden nur befristet ausgestellt. Die Befristung beträgt in der Regel fünf Jahre. Nach Ablauf dieser Frist hat der Betroffene einen Antrag auf Verlängerung zu stellen. Dem Antrag ist der Nachweis über eine positive Eignungsprüfung beizufügen. Dieser Eignungscheck bezieht sich auf die Gesundheitlichen Voraussetzungen, insbesondere der Sehfähigkeit.

Betroffen von dieser Befristung sind die Klassen C1, C1E, C und CE.

Wo kann ich mit dem deutschen Führerschein fahren?

Inhaber eines deutschen Führerscheins bedürfen für Fahrten innerhalb der EU keinen internationalen Führerschein, sofern der Führerschein ein sogenannter EU-Führerschein im EC-Kartenformat ist.

Ob der deutsche Führerschein auch außerhalb der EU als Nachweis über die Fahrerlaubnis dienen kann, hängt von dem jeweiligen Land ab. Informationen hierzu lassen sich beim Auswärtigen Amt in Erfahrung bringen.

Für Kanada wird lediglich ein zusätzlicher internationaler Führerschein empfohlen, da hier im Rahmen von touristischen Aufenthalten je nach Provinz ein deutscher Führerschein bis zu sechs Monate anerkannt wird.

Bei Reisen in die USA sollte ein internationaler Führerschein beantragt werden, da nicht alle Bundesstaaten den deutschen Führerschein akzeptieren.

Für Reisen nach Brasilien, Argentinien, Kolumbien, Chile, Mexico und Kuba wird ein internationaler Führerschein empfohlen. In Peru hingegen ist ein internationaler Führerschein erforderlich.

Reisende nach Australien oder Neuseeland haben entweder eine beglaubigte Übersetzung oder einen internationalen Führerschein mitzuführen. 

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Wer stellt einen internationalen Führerschein aus?

Der internationale Führerschein kann bei der zuständigen Führerscheinstelle beantragt werden. Dabei ist der deutsche Führerschein, sowie ein aktuelles biometrisches Lichtbild vorzulegen, § 25a FeV.

Die Kosten belaufen sich auf etwa 15 €.

Hinweis: Wer noch keinen EU-Führerschein hat, bekommt bei dieser Gelegenheit automatisch einen solchen. Dabei ist mit den entsprechenden Mehrkosten zu rechnen.

Fahren mit einem EU-Führerschein in Deutschland

Bei Inhaberschaft eines EU-Führerscheins oder eines Führerscheins aus den EWR-Staaten (EU Staaten um Norwegen, Island und Lichtenstein erweitert), darf grundsätzlich auch in Deutschland die entsprechende Fahrzeugklasse geführt werden, ohne eine Übersetzung oder einen internationalen Führerschein.

Allerdings kann es gewisse landesspezifische Einschränkungen, z.B. hinsichtlich des Mindestalters bei einigen Fahrzeugklassen geben, die dabei zu beachten sind.

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Fahren mit internationalem Führerschein in Deutschland

Wer als Ausländer in Deutschland mit einem internationalen Führerschein im Straßenverkehr teilnimmt, bedarf keiner Übersetzung seines nationalen Führerscheins, muss diesen allerdings ebenfalls bei sich führen.

Wichtig: Wer im Besitz eines deutschen und eines internationalen Führerscheins ist, hat die Fahrerlaubnis in Deutschland mit dem deutschen Führerschein nachzuweisen. Der internationale Führerschein wird in diesem Fall nicht als Nachweis über die Fahrerlaubnis anerkannt.

Fahren mit einem ausländischen Führerschein in Deutschland

Wer einen gültigen nationalen oder internationalen Führerschein besitzt und sich vorübergehende in Deutschland aufhält, ist berechtigt die Fahrzeugklassen zu führen, die er nach seinem nationalen Führerschein zu führen berechtigt ist.

Allerdings ist darauf zu achten, dass das für diese Fahrzeugklasse in Deutschland vorgeschriebene Mindestalter eingehalten wird.

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Woher bekomme ich eine Übersetzung des Führerscheins?

Wer keinen internationalen Führerschein besitzt, hat grundsätzlich eine Übersetzung des Führerscheins mitzuführen. Diese darf beispielsweise von deutschen oder international anerkannten Automobilclubs des den Führerschein ausstellenden Staates, amtlichen Stellen des ausstellenden Staates oder von Dolmetschern, die gerichtlich bestellt oder allgemein vereidigt sind ausgestellt werden.  

Bei einigen Staaten wird in Deutschland auf eine Übersetzung verzichtet. Dazu gehören unter anderem die Schweiz, San Marino, Monaco oder Neuseeland.

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Fahren mit ausländischem Führerschein in Deutschland bei dauerhaftem Aufenthalt

Wer im Besitz eines Führerscheins ist, der weder von einem EU- oder EWR- Staat ausgestellt wurde und seinen ordentlichen Wohnsitz nach Deutschland verlegt, kann bis zu sechs Monate in Deutschland Fahrzeuge der entsprechenden Klassen führen. Nach Ablauf der sechs Monate bedarf es eines in Deutschland ausgestellten Führerscheins. Welche Voraussetzungen hierfür erbracht werden müssen, hängt von dem ausstellenden Staate des ursprünglichen Führerscheins ab. Eine Liste mit den Voraussetzungen hält Anlage 11 zu § 31 FeV vor.