Beleidigung hinter dem Steuer

Die Teilnahme am Straßenverkehr ist häufig mit einem gewissen Stressfaktor verbunden. Gerade in größeren Städten kann sich der Arbeitsweg im morgendlichen Berufsverkehr durch Staus erheblich verlängern. Viele Fahrzeugführer werden sich dabei ertappen, dass sie hinter dem Steuer ihres Fahrzeugs bereits bei kleinsten Fehltritten anderer Verkehrsteilnehmer unverhältnismäßig emotional reagieren. Da in diesen Situationen meistens nach eigenem Empfinden immer die anderen Verkehrsteilnehmer die „Idioten“ sind, kann es schnell zu Handzeichen oder Ausrufen kommen, die den Grad der bloßen Unhöflichkeit überschreiten und als Beleidigung im strafrechtlichen Sinne zu qualifizieren sind.

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Wann liegt eine Beleidigung im Straßenverkehr vor?

Grundsätzlich lässt sich als Beleidigung im Sinne des § 185 StGB die „Kundgabe der eigenen Missachtung gegenüber einer anderen Person“ bezeichnen. Die Kundgabe kann dabei sowohl wörtlich als auch durch schlüssige Handlungen erfolgen (z.B. sogenannter Stinkefinger).

Welche Konsequenzen hat eine Beleidigung im Straßenverkehr?

Bestrafung bei Beleidigung im Straßenverkehr

Die Beleidigung ist nach § 185 StGB eine Straftat, die mit bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe oder einer Geldstrafe bestraft wird. Da es sich bei der Beleidigung um ein sogenanntes Antragsdelikt handelt, hat das Opfer einen Strafantrag bei einer Strafverfolgungsbehörde zu stellen. Über das zu verhängende Strafmaß entscheidet anschließend ein Richter in seinem Urteil.

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Richtet sich die Strafe bei einer Beleidigung nach einer Bußgeldtabelle?

Nein, auch wenn auf Grund vorheriger Urteile gewisse Geldstrafen für bestimmte Beleidigungen üblich sind, berücksichtigt der Richter bei der Strafzumessung die persönlichen Umstände des Täters. Wird eine Geldstrafe verhängt, legt der Richter eine bestimmte Zahl an Tagessätzen fest. Die Höhe der Tagessätze richtet sich dabei nach dem durchschnittlichen Nettoeinkommen, das dem Täter durchschnittlich an einem Tag zur Verfügung steht.

Gibt es eine Beamtenbeleidigung?

Beamtenbeleidigung kein eigener Straftatbestand

Die Beleidigung von Amtsträgern ist kein eigener Straftatbestand. Die Beamtenbeleidigung wird daher lediglich als einfache Beleidigung im Sinne des § 185 StGB bestraft.

Gibt es Punkte im Fahreignungsregister für eine Beleidigung im Straßenverkehr?

Seit der Systemreform im Jahr 2014 werden keine Punkte mehr im Fahreignungsregister in Flensburg für eine Beleidigung im Straßenverkehr verhängt.

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Droht die Entziehung der Fahrerlaubnis bei einer Beleidigung im Straßenverkehr?

Zwar droht nach bisheriger Rechtsprechung keine Entziehung der Fahrerlaubnis nach einer Beleidigung im Straßenverkehr, allerdings kann ein zeitweiliges Fahrverbot bis zu sechs Monate nach § 44 StGB durch das Gericht verhängt werden, wenn es dies zur Einwirkung auf den Täter für erforderlich hält.

Welche Sanktionen drohen für Beleidigungen im Straßenverkehr?

Auch wenn sich eine generelle verbindliche Aussage über eine zu erwartende Strafe bei einer Beleidigung im Straßenverkehr nicht möglich ist, bietet die nachfolgende an der bisherigen Rechtsprechung orientierte Tabelle einen gewissen Eindruck über eine zu erwartende Geldstrafe.

Beleidigung Geldstrafe
Zunge herausstrecken 150 €
Vogel zeigen 750 €
Scheibenwischer Geste 1.000 €
Arschloch 1.000 €
Dreckssau 1.000 €
Wichser 1.000 €
(blöde) Schlampe 1.900 €
Stinkefinger 4.000 €

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