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Arbeitszeugnis

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Arbeitszeugnis: Formulierungen machen den Unterschied

Ob nach eigener Kündigung, Arbeitgeberkündigung oder am Ende eines befristeten Arbeitsvertrages: Das Arbeitszeugnis ist unverzichtbar im Bewerbungsprozess um eine neue Anstellung. Damit Arbeitgeber – vor allem nach einem unfriedlichen Ende des Arbeitsverhältnisses – Arbeitnehmer an dieser Stelle nicht blockieren können, gibt das Arbeitsrecht Arbeitnehmern unterschiedliche Rechte in Bezug auf das Arbeitszeugnis.

Arbeitszeugnis – nur für Arbeitnehmer

Grundsätzlich hat jeder Arbeitnehmer Anspruch auf ein schriftliches Arbeitszeugnis, wenn das Arbeitsverhältnis zu Ende geht. Dieser Zeugnisanspruch besteht für Vollzeit- wie für Teilzeitbeschäftigte in Festanstellung genauso wie für Praktikanten, Auszubildende oder befristet angestellte Arbeitnehmer. Das gilt auch in der Probezeit oder in sehr kurzen Arbeitsverhältnissen.

Natürlich haben auch leitende Angestellte und Führungskräfte Anspruch auf ein Arbeitszeugnis, da auch sie Arbeitnehmer sind. Bei einem GmbH-Geschäftsführer kommt es hingegen auf den Einzelfall an: Nur wenn ein angestellter Geschäftsführer in einem Abhängigkeitsverhältnis arbeitet (v. a. Fremdgeschäftsführer ohne Gesellschaftsanteile), kann er auf der Grundlage seines Geschäftsführervertrages ein Arbeitszeugnis verlangen.

Freie Mitarbeiter haben keinen Zeugnisanspruch, sofern sie tatsächlich freie Mitarbeiter sind. Denn wer scheinselbstständig arbeitet, ist Arbeitnehmer und kann als Arbeitnehmer einen Zeugnisanspruch geltend machen.

Sie möchten gerne in Erfahrung bringen, ob Sie Anspruch auf ein Arbeitszeugnis haben? Oder Sie haben Fragen zur Scheinselbstständigkeit? Sprechen Sie uns gerne einfach an – Wir klären das für Sie!

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Qualifiziertes Arbeitszeugnis & einfaches Arbeitszeugnis

Im Arbeitsrecht unterscheidet man zwei Arten des Arbeitszeugnisses.

Beim einfachen Arbeitszeugnis wird dem Arbeitnehmer mehr oder weniger nur bestätigt, dass er für eine bestimmte Zeit bestimmte Aufgaben für den Arbeitgeber ausgeführt hat. Beim qualifizierten Zeugnis hingegen werden zusätzlich Angaben und Beurteilungen gemacht, z. B. im Hinblick auf die Leistungen im Arbeitsverhältnis, auf Kompetenz und Sozialverhalten gegenüber Kollegen, Vorgesetzten und Geschäftspartnern.

In Deutschland müssen sich Arbeitnehmer übrigens nicht mit einem einfachen Arbeitszeugnis zufriedengeben: Der Zeugnisanspruch bezieht sich auf ein qualifiziertes Arbeitszeugnis. Wer als Arbeitnehmer nur ein einfaches Arbeitszeugnis vom Arbeitgeber erhält – was grundsätzlich in Ordnung ist! –, kann und sollte aber stattdessen ein qualifiziertes Zeugnis verlangen. Denn nur ein qualifiziertes Zeugnis ist für Bewerbungsunterlagen wirklich etwas wert.

Ihr Arbeitgeber weigert sich, Ihnen ein qualifiziertes Arbeitszeugnis auszustellen? Wir kümmern uns darum – außergerichtlich und vor Gericht!

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Formulierungen im Arbeitszeugnis: Zeugnissprache als „Geheimcode“

Dass ein Arbeitszeugnis in einer Geheimsprache verfasst ist, ist inzwischen den meisten Arbeitnehmern bekannt. Denn in der Tat werden Arbeitszeugnisse in einem „Geheimcode“ verfasst, der für juristische Laien kaum zu verstehen ist und für Laien nur bedingt erkennen lässt, hinter welcher Zeugnisformulierung welche Note bzw. Bewertung steckt.

Der Grund dafür ist recht einfach: Arbeitgeber dürfen das Zeugnis nicht explizit negativ formulieren, um Mitarbeitern das berufliche Fortkommen nicht unnötig zu erschweren. Deshalb finden sich in Arbeitszeugnissen nur positiv klingende Beurteilungen, die aber unter Umständen Minderleistung oder Fehlverhalten beschreiben. Diese Formulierungen sind so verklausuliert, dass man daraus quasi „Noten“ für den Arbeitnehmer ablesen kann. Welche der üblichen Formulierungen ein Arbeitgeber für eine Bewertung wählt, ist seine Entscheidung. Beschäftigte haben deshalb keinen Anspruch auf eine bestimmte Formulierung oder Note im Arbeitszeugnis.

Wer sich als Arbeitnehmer aber nicht nur gegen eine bestimmte Formulierung wehren will, sondern die dahinterstehende Bewertung für nicht gerechtfertigt hält, muss Beweise erbringen, weshalb eine bessere Bewertung gerechtfertigt wäre.

Sie benötigen Hilfe bei der „Übersetzung“ Ihres Arbeitszeugnisses aus der Zeugnissprache und Hilfe bei der Beurteilung Ihrer Bewertung im Zeugnis? Sie sind mit Ihrer Bewertung nicht einverstanden? Dann sprechen Sie uns gerne an – wir klären, was wir für Sie tun können!

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Frist für Arbeitszeugnis: nicht auf die lange Bank schieben

Wurde man gekündigt, sollte man nicht zu lange zögern, sich um sein qualifiziertes Arbeitszeugnis zu bemühen. Der Zeugnisanspruch entsteht am Tag des Zugangs der Kündigung und in vielen Arbeitsverträgen bzw. Tarifverträgen gibt es Ausschlussfristen, innerhalb derer man seinen Anspruch auf ein qualifiziertes Zeugnis gegenüber dem Arbeitgeber geltend machen muss. Versäumt man diese Fristen – z. B. aus dem Arbeitsvertrag eine dreimonatige Frist nach Beschäftigungsende –, kann man seinen Zeugnisanspruch nicht mehr gerichtlich durchsetzen.

Sie sind sich nicht sicher, ob Sie bereits die Frist versäumt haben, in der Sie Ihren Zeugnisanspruch geltend machen können? Wir klären das gerne für Sie!

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Formvorschriften für das Arbeitszeugnis

Ein Arbeitszeugnis muss schriftlich verfasst und ordentlich unterschrieben sein. Es muss also mit einer echten Unterschrift versehen sein (nicht nur eingescannt z. B.). Außerdem muss klar erkennbar sein, wer das Zeugnis unterschrieben hat und welche Position er innehat.

Denn in der Regel müssen direkte Vorgesetzte des Arbeitnehmers, den das Zeugnis betrifft, oder Personalverantwortliche das Zeugnis unterzeichnen. Geschieht das nicht, kann man verlangen, dass das Zeugnis an dieser Stelle korrigiert wird.

Außerdem sollte man auf das Datum des Zeugnisses achten: Grundsätzlich sollten Zeugnisdatum und Datum des Beschäftigungsendes übereinstimmen. Starke Abweichungen werden in Personalerkreisen bemerkt und gewertet: Ein Personalprofi erkennt darin unter Umständen Hinweise auf eine unfriedliche Trennung oder gerichtliche Auseinandersetzung. Je stärker die Daten voneinander abweichen, desto schlechter für den Arbeitnehmer!

Sie haben Fragen zur Form Ihres Zeugnisses oder sehen das Unterzeichnungsdatum Ihres Zeugnisses kritisch? Sprechen Sie uns gerne an!

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Klage auf Zeugnisberichtigung

Liegt das Arbeitszeugnis vor, entspricht es leider oft nicht den Erwartungen, den formellen und inhaltlichen Anforderungen oder schlichtweg nicht den Tatsachen. Das muss man als Arbeitnehmer nicht auf sich sitzen lassen.

Entspricht das Zeugnis in seiner Bewertung der Arbeitsleistung, in der Beschreibung der Arbeitstätigkeit oder z. B. der Arbeitsdauer nicht der Wahrheit, kann man vom Arbeitgeber verlangen, das Zeugnis der Wahrheit entsprechend zu korrigieren. Auch wenn das Zeugnis nicht korrekt unterzeichnet oder datiert ist, kann man Korrektur verlangen. Weigert sich der Arbeitgeber, das Zeugnis zu berichtigen, kann man diesen Wunsch vor dem Arbeitsgericht als Anspruch auf Zeugnisberichtigung (Berichtigungsanspruch) geltend machen.

Ihr Arbeitszeugnis entspricht nicht rechtlichen Vorgaben oder nicht den Tatsachen? Dann kümmern wir uns für Sie darum, dass das geändert wird! Sprechen Sie uns gerne an!

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Anspruch auf Zwischenzeugnis?

Einen gesetzlichen Anspruch auf Ausstellung eines Zwischenzeugnisses gibt es grundsätzlich nicht. Kann man sich als Arbeitnehmer aber auf ein „berechtigtes Interesse“ an einem Zwischenzeugnis berufen, kann man auch einen Anspruch auf ein Zwischenzeugnis haben.

Das kann z. B. der Fall sein, wenn der direkte Vorgesetzte wechselt, ein Betriebsübergang ansteht, man unternehmensintern die Position und/oder Aufgaben wechselt oder man ein Sabbatical nimmt. Und nicht zuletzt kann ein berechtigtes Interesse an einem Zwischenzeugnis auch bestehen, wenn man sich nach der Kündigung und vor Ende der Beschäftigung bewerben will. Denn vor Ende der Beschäftigung beim bisherigen Arbeitgeber ist ein endgültiges Zeugnis nicht möglich.

Hinsichtlich Aufbau und Inhalt etc. gelten dann die gleichen Anforderungen wie für das eigentliche Arbeitszeugnis und man unterscheidet ebenfalls nach einfachem und qualifiziertem Zwischenzeugnis (s.o.).

Sie haben Fragen zum (qualifizierten) Zwischenzeugnis und wollen wissen, ob Sie eines verlangen können, bevor Sie Ihren Arbeitgeber darum bitten? Wir beantworten Ihre Fragen gerne!

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Arbeitszeugnis

Jeder Arbeitnehmer hat nach Ablauf des Arbeitsverhältnisses das Recht von seinem Arbeitgeber eine Bewertung seiner Leistungen zu erhalten. Dies erfolgt in Form eines Arbeitszeugnisses und diese sind häufig Gegenstand von Meinungsverschiedenheiten zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Für den Arbeitgeber ist die Erstellung eines Zeugnisses häufig eine lästige Pflichtübung zum Ende des Arbeitsverhältnisses. Für den Arbeitnehmer ist dagegen ein gutes Zeugnis existenziell wichtig für die weitere Zukunft. Doch was passiert, wenn das Arbeitszeugnis nicht den rechtlichen Vorgaben entspricht?

Was ist ein Arbeitszeugnis?

Ein Arbeitszeugnis ist eine vom Arbeitgeber ausgestellte Urkunde über das Arbeitsverhältnis. Es dient gleichzeitig als ein Nachweis, dass ein Beschäftigungsverhältnis vorgelegen hat.

In erster Linie dient das Arbeitszeugnis dem beruflichen Fortkommen des Arbeitnehmers. Es ist für den Arbeitnehmer also von großer Bedeutung, da es für den künftigen Arbeitgebern als Grundlage für die Personalauswahl dient.

Eine gesetzliche Grundlage für das Arbeitszeugnis findet sich in § 630 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) und § 109 Gewerbeordnung (GewO). Dieser gesetzliche Anspruch besteht unabhängig davon, ob der Arbeitnehmer in Voll- oder Teilzeit arbeitet. Für Auszubildende ist der Zeugnisanspruch in § 16 Berufsbildungsgesetz (BBiG) geregelt.

Wer soll ein Arbeitszeugnis erstellen?

Der Aussteller eines Arbeitszeugnisses muss der Arbeitgeber sein. Allerdings kann er sich eines Vertreters bedienen. Dieser muss aber eindeutig ranghöher sein als der Arbeitnehmer, für den das Zeugnis erstellt wird (BAG, Urteil vom 04.10.2005).

Arten von Arbeitszeugnissen

Insgesamt gibt es vier Arten von Arbeitszeugnissen:

  • Endzeugnis
  • Zwischenzeugnis
  • Einfaches Zeugnis
  • Qualifiziertes Zeugnis

In der Regel stellen Arbeitgeber das qualifizierte Zeugnis aus. Erhält jedoch der Arbeitnehmer ein einfaches Zeugnis, befindet er sich in der „Holschuld“, wenn er ein qualifiziertes Zeugnis haben will.

Endzeugnis

Das Endzeugnis wird bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses erteilt. Arbeitnehmer haben hierbei auch nach § 109 GewO einen gesetzlichen Anspruch auf ein solches Zeugnis. Die berufliche Tätigkeit des Arbeitnehmers wird von Beginn bis zum Ende des Arbeitsverhältnisses bescheinigt. Ein Endzeugnis kann dabei ein einfaches oder qualifiziertes Zeugnis sein.

Zwischenzeugnis

Arbeitnehmer können nicht nur bei einer Kündigung ein Arbeitszeugnis erhalten, sondern auch dann, wenn das Arbeitsverhältnis noch besteht. Diese Art von Arbeitszeugnis wird als Zwischenzeugnis genannt. Einen gesetzlichen Anspruch darauf gibt es nicht. Der Arbeitnehmer muss ein berechtigtes Interesse an der Ausstellung haben.

Hier finden Sie einige triftige Gründe für das Verlangen eines Zwischenzeugnisses:

  • Wechsel des Vorgesetzen
  • Vor der Elternzeit
  • Vor einer beruflichen Auszeit, z. B. Sabbatjahr
  • Wechsel in eine neue Abteilung
  • Neue Jobsuche

Einfaches Zeugnis

Einfache Zeugnisse beschreiben nur kurz Art und Dauer der Tätigkeit. Diese werden in der Regel bei einer sehr kurzen Beschäftigungsdauer erteilt. Mit einem einfachen Zeugnis erhalten Sie somit ein Dokument, das Aufschluss gibt über die Dauer, Art der Beschäftigung und das Unternehmen, für das Sie tätig waren. Ein besonderes Merkmal des einfachen Zeugnisses ist, dass keinerlei Bewertungen mit einfließen dürfen.

Qualifiziertes Zeugnis

Qualifizierte Zeugnisse dagegen treffen Aussagen, die nicht nur die Art und Dauer der Tätigkeit betreffen, sondern auch die Leistung und Führung des Arbeitnehmers. Leistung umfasst im weitesten Sinne die Arbeitsweise, Arbeitsmenge, Arbeitseinsatz, Arbeitsqualität und die Fachkenntnisse des Arbeitnehmers. Mit Führung wird im Wesentlichen das Sozialverhalten des Arbeitnehmers im Unternehmen gegenüber Kollegen und Vorgesetzen beschrieben. Hier ist ausdrücklich eine Bewertung der Tätigkeit durch den Arbeitgeber erwünscht.

Wer hat einen Anspruch auf ein Arbeitszeugnis?

Grundsätzlich hat jeder Arbeitnehmer einen Anspruch auf Erteilung eines wohlwollenden qualifizierten Endzeugnisses. Der Begriff „wohlwollend“ bezieht sich hierbei auf den Wahrheitsgehalt des Zeugnisses. Dies trifft noch keine Aussagen über die Leistungsbeurteilung, also die Benotung. Ein wohlwollendes Zeugnis kann somit auch eine schlechte Benotung aufzeigen.

Hat man einen Anspruch auf ein Zwischenzeugnis?

Möchte der Arbeitnehmer dagegen ein Zwischenzeugnis erhalten, benötigt er hier ein berechtigtes Interesse an der Erteilung. Bisher hat man ein berechtigtes Interesse des Arbeitnehmers nur angenommen, wenn sich das Arbeitsverhältnis strukturell verändert hat, etwa wenn ein neuer Aufgabenbereich hinzukam. Mittlerweile lassen Gerichte als berechtigtes Interesse bereits das Verlangen danach zu.

Kann der Anspruch auf ein Arbeitszeugnis verjähren?

Der Anspruch auf Zeugniserteilung kann natürlich auch verjähren. Die Verjährungsfrist beträgt drei Jahre. Nach dieser Zeit hat der Arbeitnehmer keinen Anspruch mehr auf ein Arbeitszeugnis. Des Weiteren kann dieser Anspruch auch vom Arbeitnehmer verwirkt werden. Dies ist dann anzunehmen, wenn der Arbeitnehmer seinen Anspruch längere Zeit nicht ausgeübt hat und der Arbeitgeber berechtigterweise damit rechnen konnte, der Arbeitnehmer werde sein Recht auf Zeugniserteilung nicht mehr geltend machen.

Welche Pflichtangaben gehören ins Arbeitszeugnis?

Ein qualifiziertes Arbeitszeugnis muss folgende Angaben enthalten:

  • Bezeichnung des Arbeitgebers
  • Name, Geburtsdatum und Geburtsort des Arbeitnehmers
  • Dauer des Arbeitsverhältnisses
  • Genaue Tätigkeitsbeschreibung
  • Bewertung der Leistung und Führung des Arbeitnehmers
  • Datum des Zeugnisses

Durch ein Arbeitszeugnis soll erkennbar sein, welche Kompetenzen der Arbeitnehmer erworben hat bzw. über welche er verfügt und wie er sich gegenüber seinen Kollegen und Vorgesetzten verhalten hat. Die Beendigungsgründe sind nur auf Wunsch des Arbeitnehmers aufzunehmen, d.h. Grund und Art des Ausscheidens dürfen nicht ohne oder gegen den Willen des Arbeitnehmers im Arbeitszeugnis erscheinen.

Welche formalen Vorgaben sind einzuhalten?

Gemäß des § 126b BGB ist das Arbeitszeugnis immer in Textform auszustellen. Nach der Gewerbeordnung (§ 109 Abs. 1 GewO) hat der Arbeitnehmer einen Anspruch auf ein schriftliches Zeugnis. Der Arbeitgeber ist zudem verpflichtet das Zeugnis per Hand zu unterschreiben. Eine fehlende Unterschrift macht ein Arbeitszeugnis formal unvollständig Der Gesetzgeber schließt daher eine digitale Form als PDF-Datei oder als E-Mail ebenso aus wie ein Fax. In der Praxis wird ein Zeugnis auf dem Briefpapier des Unternehmens ausgestellt. Dies entspricht den Vorgaben für die äußere Form, Sauberkeit und Ordnung und verstärkt den Dokumentationscharakter für beide Seiten. Ein fleckiges oder gar unsauberes Zeugnis ist nicht ordnungsgemäß und genügt nicht den formalen Vorgaben (BAG, Urteil vom 03.03.1993).

Formulierungen im Arbeitszeugnis

Die Vorgesetzten bewerten die Leistungen und das Verhalten ihrer Arbeitnehmer im Arbeitszeugnis mit Hilfe von entsprechenden Formulierungen. Diese Formulierungen lassen sich wie „Schulnoten“ übersetzen. Die Feinheiten in der Formulierung können auf den ersten Blick marginal erscheinen. Doch der Teufel steckt im Detail. Um ein Arbeitszeugnis richtig zu deuten, müssen Sie genau hinschauen und die „Zeugnissprache“ verstehen.

Die Benotung der folgenden Formulierungen:

Stets zur vollsten Zufriedenheit sehr gut
Stets zur vollen Zufriedenheit gut
Zur vollen Zufriedenheit befriedigend
Zur Zufriedenheit ausreichend
Im Großen und Ganzen zur Zufriedenheit mangelhaft
Sich bemüht schlecht

Sind Sie sich nicht sicher, ob Ihr Arbeitszeugnis womöglich eine versteckte Botschaft an einen potenziellen neuen Arbeitgeber enthält, so ist zu empfehlen, das Arbeitszeugnis von einem arbeitsrechtlichen Profi prüfen zu lassen. Bedenken Sie aber auch, dass – vor allem in kleinen Betrieben - nicht immer eine böse Absicht hinter den Formulierungen stecken muss.

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Ein Arbeitszeugnis darf sich auch keiner „geheimen Sprache“ bedienen, durch die der Arbeitnehmer negativ gekennzeichnet wird.

Hier einige Beispiel und ihre Übersetzung:

Durch ihre*seine Geselligkeit trug sie*er zur Verbesserung des Betriebsklimas bei Übertriebener Alkoholkonsum
Galt als toleranter Mitarbeiter*in im Kollegenkreis Eine anstrengende Person
Zeigt für ihre*seine Arbeit Verständnis Faul und keine Leistung

Welche Angaben sind im Arbeitszeugnis verboten?

Das Allgemeine Gleichstellungsgesetz (AGG) verbietet es Arbeitgebern bestimmte Informationen in einem Arbeitszeugnis auch in diskreter Sprache preiszugeben. Das Arbeitszeugnis darf keine Hinweise auf die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Religion, Weltauffassung oder Politik geben.

Ebenfalls sollte in einem Arbeitszeugnis die Zugehörigkeit eines Arbeitnehmers zum Betriebsrat nicht erwähnt werden. Vor allem dann, wenn der Arbeitnehmer es selbst nicht wünscht. Etwas anderes gilt nur, wenn dieser vor der Beendigung des Arbeitsverhältnisses eine lange Zeit ausschließlich für den Betriebsrat tätig war. In einem solchen Fall kann der Arbeitgeber gar nicht in der Lage sein eine Beurteilung über Leistung und Führung des ausscheidenden Arbeitnehmers zu verfassen (LAG Frankfurt/M, Urteil vom 10.03.1977).

Wie erfolgt die Übergabe des Arbeitszeugnisses?

In der Regel erfolgt die Übergabe des Arbeitszeugnisses am letzten Arbeitstag des Arbeitnehmers. Alternativ wird es per Post geschickt. Allerdings ist der Arbeitgeber nicht verpflichtet, das Arbeitszeugnis per Post zu schicken, es sei denn, dass die Reisekosten für den Empfänger unzumutbar sind.

Kein Zeugnis erhalten – Was tun?

Es kommt nicht selten vor, dass bei einer Kündigung das Arbeitszeugnis von Seiten des Arbeitgebers unterschlagen wird. Dabei haben Arbeitnehmer bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses ein Recht auf ein wohlwollendes Arbeitszeugnis. Dieses Recht können Sie notfalls auch vor dem Arbeitsgericht auf Erteilung einklagen. Dabei müssen Sie nur beantragen, den Arbeitgeber zu verurteilen, Ihnen ein wohlwollendes, auf Führung und Leistung bezogenes Zeugnis zu erteilen. Sie müssen dabei nur darlegen, in welchen Zeitraum Sie beschäftigt waren, welchen Aufgabenbereich Sie hatten und dass Ihnen Ihr Arbeitgeber bislang kein Zeugnis ausgestellt hat.

Allerdings ist in solchen Fällen zu bedenken, dass dieser Weg oft langwierig sein kann und Sie unter Umständen auf ein Arbeitszeugnis angewiesen sind, um die neue Jobsuche zu erleichtern. Wir können Ihnen hierbei helfen im Rahmen eines Vergleichs mit Ihrem ehemaligen Arbeitnehmer ein entsprechendes Arbeitszeugnis auszuhandeln.

Sie sollten grundsätzlich Ihren Anspruch auf Zeugniserteilung zeitnah zur Beendigung geltend machen. Mit einer klageweisen Durchsetzung des Anspruches sollten Sie nicht allzu lange warten. Hier werden für solche Fälle von den Arbeitsgerichten fünf und zehn Monate angenommen. Das gleiche gilt für den Berichtigungsanspruch.

Zeugnis entspricht nicht den Erwartungen – Was tun?

Sie haben ein Zeugnis erhalten, sind aber maßlos enttäuscht, weil etwa Ihre sehr guten Leistungen nur mittelmäßig dargestellt werden? Wenn sich Ihr Arbeitgeber weigert das Arbeitszeugnis zu ändern, dann können Sie vor dem Arbeitsgericht klagen. Dabei müssen Sie im Klageantrag genau angeben, welche Formulierungen Sie in Ihrem Arbeitszeugnis haben wollen.

In einem solchen Verfahren haben die Arbeitgeber nur dann die Darlegungs- und Beweislast bezüglich der Leistungen des Arbeitnehmers, wenn er diese Leistungen als unterdurchschnittlich im Arbeitszeugnis bewertet hat. Demzufolge muss der Arbeitnehmer selbst die tatsächlichen Voraussetzungen seiner überdurchschnittlichen Leistungen darlegen und beweisen können (BAG, Urteil vom 18.11.2014). Somit ist ein Arbeitgeber, der das Arbeitszeugnis mit der Benotung „befriedigend“ erstellt häufig auf der sicheren Seite, auch wenn ein solches Zeugnis in der Arbeitswelt unbrauchbar ist. Wir können Ihnen dabei helfen eine einvernehmliche Regelung zu dem Zeugnis mit Ihrem ehemaligen Arbeitgeber zu finden.

Da bei Zeugnisklagen besonders auf korrekte Anträge zu achten ist, ist hier eine Unterstützung eines Rechtsanwalts zu empfehlen. Wir übernehmen hier gerne für Sie.

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