Abgasskandal und PKW-Kartell

Wir prüfen Ihre Ansprüche
Abgasskandal und PKW-Kartell



Abgas-Skandal

Unser Ziel: vollständige Kaufpreisrückzahlung an Käufer und Rückgabe des PKW/ wahlweise Ausgleichszahlung durch Autobauer Volkswagen, Skoda, Audi, Mercedes, Porsche und Audi

PKW-Kartell – War Ihr Auto zu teuer wegen eventueller Absprachen?

Unser Ziel: Zahlung von Kartell-Schadenersatz an alle vom Kartell betroffenen Kunden der Konzerne BMW, Mercedes, VW, Audi und Porsche

Verjährung droht mit Ablauf des Jahres 2018

Betroffene Autokäufer sollten sich nicht allzu lange Zeit lassen. Im Jahr 2015 ist der VW-Abgasskandal allgemein bekannt geworden. Die regelmäßige Verjährungsfrist beginnt mit Ablauf des Jahres, in dem die Kenntnis über diese Umstände eingetreten ist, und beträgt drei Jahre. Damit verjähren sogenannte deliktsrechtliche Ansprüche aus dem Verkauf des Fahrzeugs mit manipulierter Software mit Ablauf des Jahres 2018.

Rechtsschutzversicherer tragen Anwalts- und Gerichtskosten

In vielen Fällen übernehmen mittlerweile die Rechtsschutzversicherungen die Kosten für das weitere Vorgehen gegen die Volkswagen AG. Möchten Sie uns unverbindlich damit beauftragen, Kontakt zu Ihrer Rechtsschutzversicherung aufzunehmen und dort eine Deckungszusage für Sie einzuholen, füllen Sie bitte das obenstehende Formular aus. Die Rechtsanwaltskanzlei Werdermann | von Rüden vertritt bereits dutzende Mandanten gegen die Volkswagen AG und bereitet entsprechende Prozesse als „Massenverfahren“ vor. Für Fragen stehen wir Ihnen gerne telefonisch zur Verfügung.

Eine Chronik – Abgas Skandal und PKW Kartell

11.08.2017 – Auch Ford steht im Verdacht bei der Messung von Dieselabgasen betrogen zu haben

Das Kraftfahrzeugbundesamt untersucht im Auftrag des Verkehrsministeriums nun auch Ford-Modelle auf illegale Abschalteinrichtungen. Konkret geht es bisher um den Ford Mondeo 2.0 TCDI. Dies bestätigte mittlerweile auch Ford, weist die Vorwürfe aber bislang zurück. Pressemitteilungen zur Folge, liegen dem Kraftfahrzeugbundesamt Ergebnisse von Abgastests vor, welche Rückschlüsse auf illegale Abschalteinrichtungen zuließen. In der Vergangenheit waren Ford-Modelle bei Messungen bereits auffällig gewesen. Die Ford-Modelle Focus und C-Max überschritten 2016 die zulässigen Stickoxidwerte um das Sieben- bis Neunfache bei Tests auf der Straße. Betrug konnte damals nicht festgestellt werden.

08.08.2017 – Neuer Ärger für Daimler und Volkswagen – und wieder drohen neue Schadensersatzklagen

Die Finanzaufsicht prüft, ob Daimler und Volkswagen im Zusammenhang mit ihren mutmaßlichen Selbstanzeigen zum Kartellverdacht ihre Ad-hoc-Pflicht beachtet haben. Nach Bekanntwerden des Kartellverdachts, stürzten die Aktien beider Konzerne ab. Aktiengesellschaften müssen Anleger jedoch ad hoc, daher unverzüglich, über kursrelevante Nachrichten informieren. Daimler und Volkswagen schweigen jedoch bis heute über Ihre mutmaßliche Selbstanzeige. Bestätigen sich die Vermutungen der Finanzaufsicht, drohen Daimler und Volkswagen neue Schadensersatzklagen ihrer Anleger.

07.08.2017 – Der Volkswagenkonzern ließ öffentliche Äußerungen zensieren

Der Vorstand des Volkswagenkonzerns hat im Herbst 2015 eine sogenannte „Clearing-Stelle“ eingerichtet. Dies gab der Konzern nunmehr bekannt, nachdem die Bild am Sonntag einen entsprechenden Bericht veröffentlichte.

In dieser „Clearing-Stelle“ sollten alle öffentlichen Äußerungen des Unternehmens zur Abgasaffäre vorab geprüft werden. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil ließ Regierungserklärungen zum Abgasskandal vorab von dieser Stelle prüfen. Aussagen der Regierung, welche dem Volkswagenkonzern schaden könnten, sollten so vermieden werden.

Auch der Aufsichtsrat von Volkswagen schloss sich dieser “Clearing-Stelle” an. Äußerst fragwürdig ist dies deshalb, weil der Aufsichtsrat die Aufgabe hat, den Vorstand zu beaufsichtigen. Damit unvereinbar ist, das die „Clearing-Stelle“ des Vorstandes öffentliche Äußerungen des Aufsichtsrats vorab überprüft. Der Aufsichtsrat hat sich damit entmündigen lassen.

04.08.2017 – Die Stimmen zum Diesel-Gipfel

Die Enttäuschung ist groß nach dem Diesel-Gipfel. Von allen Seiten hagelt es Kritik. Die Minimallösung hat ihren Namen nicht verdient. Die Vorsitzende des Verbraucherausschusses im Bundestag, Renate Künast, trifft dabei den Nagel auf den Kopf. „Das war quasi eine Aufforderung zum Rechtsbruch“, sagt sie über das Ergebnis des Diesel-Gipfels. Die gesetzlichen Vorgaben im Bundesimmissionsschutzgesetz stünden nicht „zur Verfügung irgendwelcher Gesprächsrunden“, erklärte sie weiter. Das Spitzentreffen „hat kein Problem gelöst“ moniert etwa Greenpeace. Der Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) meint „Mit der Entscheidung für reine Software-Updates, die nicht einmal verpflichtend sind, werden Fahrverbote unausweichlich“. Und auch im Bundesumweltministerium ist man sich ziemlich sicher, dass die Updates nicht ausreichen werden. Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter fürchtet „dass die versprochenen Software-Updates für neuere Fahrzeuge und die finanzielle Unterstützung für die Besitzer älterer Autos nicht ausreichen werden, um die Gesundheit der Menschen in den Städten zu schützen.

03.08.2017 – Der Dieselgipfel

Am 02.08.2017 haben sich Politiker und Chefs der Automobilkonzerne in Berlin zusammengesetzt, um über die Zukunft des Diesels zu beraten. Die Autoindustrie hat sich auf ganzer Linie durchgesetzt. Wie erwartet, sind die Vertreter der Politik eingeknickt.

Auch Stefan Carstens äußert Zweifel an der Softwarelösung

Experten äußern Zweifel an der Wirksamkeit der Softwarelösung. So etwa Stefan Carstens, der Seminare und Weiterbildungen zum Thema Abgasreinigungssysteme leitet. Seiner Einschätzung nach kann ein Software-Update zwar dazu führen, dass der Stickoxidausstoß um 30 % verringert wird, allerdings birgt die Softwarelösung auch eine Reihe von Nachteilen. So kann ein Software-Update zur Ölverdünnung führen und somit häufigere Ölwechsel nötig machen. Zudem geht Carstens davon aus, dass die Softwarelösung zu einer ineffizienteren Verbrennung und damit zum Kraftstoffmehrverbrauch führen kann. Das Software-Update birgt auch eine erhöhte Gefahr der Versottung der Abgasrückführleitung. Dies kann nach Einschätzung des Experten zu Motorschäden sowie Turboladerschäden führen. Das Software-Update kann zudem die Motorakustik und das Ansprechverhalten des Motors ändern, so Carstens weiter.

Der Runde Tisch aus Politik und Autoindustrie haben trotz erwiesener Unwirksamkeit bei 5,3 Millionen Autos ein Softwareupdate durchzuführen. Doch das ist nur Augenwischerei. Bei 2,5 Millionen dieser Autos wurde bereits ein solches Softwareupdate durchgeführt. Bei weiteren hunderttausenden Fahrzeugen war dies sowieso schon geplant. Fortschritt durch Technik sieht anders aus. Um Bewegung zu suggerieren wurde zudem die Gründung eines Fonds beschlossen, mit dem intelligente Verkehrs- und Mobilitätslösungen gefunden werden sollen. Einige Hersteller erklärten sich zudem bereit, eine Art Abwrackprämie für alte Diesel-Fahrzeuge anzubieten.

Volkswagen Chef Müller will sich nicht um alte Autos kümmern

Volkswagen-Chef Matthias Müller sagte, die Konzerne hielten es „im Grunde genommen für ausgeschlossen, Hardware-Nachrüstungen vorzunehmen“. Viele Experten gehen jedoch davon aus, dass genau das die einzige Möglichkeit ist, die von den Automobilkonzernen versprochenen und gesetzlich vorgeschriebenen Stickoxidwerte einzuhalten. “Seine Ingenieure wolle er gern zukunftsorientiert arbeiten lassen – und nicht an Motoren, die 10 und 15 Jahre alt sind.“

Richter werden nun zu entscheiden haben, ob die Softwareupdates ausreichen, um drohende Fahrverbote in den Städten abzuwenden und wie hoch die Schadenersatzansprüche betroffener Autokäufer ausfallen werden.

Die FAZ vom 03.08.2017 berichtet: „Zudem hat sich die Autoindustrie auf dem Gipfel verpflichtet, die Gewährleistung für Bauteile im Motor zu übernehmen, die nach der Softwareaktualisierung auf andere Weise beansprucht werden. Um möglicherweise auftretende Fragen und Streitfälle in diesem Zusammenhang soll sich ein neu eingerichteter Verbraucherbeirat beim Kraftfahrtbundesamt kümmern.“

Unser Statement : Rechtsanwalt Johannes von Rüden:

Softwareupdate technisch nicht ausreichend

Nach Einschätzung von Motorenexperten, wird das nun für Dieselmodelle beschlossene, pure Softwareupdate den Schadstoffausstoß nicht ausreichend senken. Das grundsätzliche Problem für die Autokäufer ist damit nicht behoben. Zudem zeigt sich schon jetzt, dass die aufgespielten Updates von Volkswagen zu Folgeschäden führen. Die Fahrzeuge verbrauchen oft mehr Sprit, manche Autos ruckeln danach beim Fahren oder der Vergaser muss ausgewechselt werden.

Es gibt keine Garantie- sondern nur politische Lippenbekenntnisse

Die in Aussicht gestellte Garantie ist rechtlich nicht nutzbar. Dafür müssten die Autohersteller konkrete Garantiebedingungen ausführen – sie müssten exakt sagen, was genau garantiert wird, in welchem Ausmaß, für welchen Zeitraum. Bislang sind das nur Lippenbekenntnisse. So, wie es jetzt aussieht, liegt die Beweislast noch immer beim Geschädigten.

01.08.2017 – Streit vor dem Diesel-Gipfel

Einen Tag vor dem Diesel-Gipfel in Berlin zeichnet sich bereits ein tiefer Graben zwischen Automobilindustrie und Politik ab.

Politiker erwarten beim Dieselgipfel eine umfassende Lösung zur Reduzierung des Stickoxidausstoßes von Dieselfahrzeugen. Ein Automobilkonzern hat einem Bericht des Handelsblatts zur Folge jedoch bereits klargemacht: „Wir werden uns keinesfalls auf eine Hardware-Nachrüstung einlassen“. Auch andere Autokonzerne wollen keine Hardware-Nachrüstung vornehmen. Grund hierfür sind vor allem die Kosten. Ein Software-Update schlägt mit ca. 100 EUR pro Fahrzeug zu Buche, eine Hardware-Nachrüstung würde mindestens 1.500 EUR je Fahrzeug kosten. Zudem fürchten sich die Autokonzerne dem Bericht des Handelsblatts zur Folge auch vor unkalkulierbaren Gewährleistungs- und Zulassungsfragen. Sogar von einem Scheitern des Diesel-Gipfels war bereits die Rede.

Es bleibt abzuwarten, ob sich die Politik nun endlich gegen die Automobilindustrie behaupten wird.

Werdermann|von Rüden Partnerschaft von Rechtsanwälten reicht die erste Kartellklage gegen Volkswagen ein. Details finden Sie in unserer Pressemitteilung.

31.07.2017 – Kraftfahrtbundesamt vertuschte Einsatz von Schummelsoftware bei Porsche

Das Kraftfahrtbundesamt hat nach Zeitungsberichten Untersuchungsberichte zum Abgasskandal manipuliert. Die Bild-Zeitung berichtete, ihr lägen Unterlagen vor, welche einen solchen Verdacht bestätigen würden. Beim Kraftfahrtbundesamt soll schon seit mehr als einem Jahr bekannt sein, dass Porsche eine illegale Abschalteinrichtung verwende. In dem Bericht zu Porsche hat die Behörde ihre Erkenntnisse aber nicht entsprechend mitgeteilt. Das Verkehrsministerium hatte erst kürzlich ein Rückruf für Porsche Cayenne mit Drei-Liter-TDI-Motor angeordnet und für Neuwagen dieses Modells ein Zulassungsverbot ausgesprochen.

28.07.2017 – Gericht macht Weg frei für Dieselfahrverbot

Die Deutsche Umwelthilfe zog vor Gericht, um das Land Baden-Württemberg zu zwingen, gegen die Luftverschmutzung in Stuttgart vorzugehen. Sie forderte ein Dieselfahrverbot als einzig wirksame Maßnahme. Das Gericht hat der Klage nun stattgegeben. Das Land Baden-Württemberg muss nun bis zum kommenden Jahr tätig werden. Besonders pikant: Mehrmals ging der Vorsitzende Richter Wolfgang Kern in seinen Ausführungen auf die Umrüstungen von Dieselfahrzeugen ein. Er betonte, im Vergleich zu Fahrverboten seien “alle anderen Maßnahmen von ihrem Wirkungsgrad her nicht gleichwertig“. Dies gelte auch für die sogenannte Nachrüstlösung. Nach dem Urteil sind sich Experten einig: Dieselautos könnten nun bald aus den Innenstädten verbannt werden. Es droht ein endgültiges Fahrverbot. Die Richter machten auch deutlich, dass nur ein durchgängiges Fahrverbot zielführend sei und erteilten einem Fahrverbot an bestimmten Tagen damit eine Absage. Das Urteil gilt schon jetzt als richtungsweisend für die ganze Bundesrepublik. Experten erwarten nun Fahrverbote in Innenstädten in ganz Deutschland.

02.08.2017 – Diesel-Gipfel in Berlin

Am 02.08.2017 findet der Diesel-Gipfel in Berlin statt. Ursprünglich sollte von der Politik zusammen mit den Autokonzernen ein Aktionsplan beschlossen werden, mit dem Emissionen verringert werden können, um Fahrverbote in den Innenstädten zu vermeiden. Nach dem Bekanntwerden des Autokartells bleibt abzuwarten, ob die Politik weiter ihre schützende Hand über die Autokonzerne hält oder ob die Konzerne ihre Unantastbarkeit nun endlich verlieren. In der Politik werden zudem immer mehr Stimmen laut, die die Entmachtung des Verkehrsministers Alexander Dobrindt fordern. Ihm wird insbesondere Tatenlosigkeit vorgeworfen.

22.07.2017 – Der Spiegel deckt das größte Kartell der Nachkriegsgeschichte auf

Der Spiegel enthüllte, dass sich die Automobilriesen VW, Audi, BMW, Daimler und Porsche seit mehr als 20 Jahren in geheimen Arbeitsgruppen zusammenfinden, um illegale Absprachen zu treffen. Die Wirtschaftsgeschichte der Bundesrepublik Deutschland muss vermutlich umgeschrieben werden.

VW, Audi, BMW, Daimler und Porsche stimmten in geheimen Treffen die Entwicklung ihrer Fahrzeuge, Kosten und Zulieferer ab. Allein in den letzten fünf Jahren haben über 1000 geheime Sitzungen von über 60 Arbeitsgruppen stattgefunden berichtet der Spiegel. Fast jeden zweiten Tag haben sich die Automobilhersteller damit zu illegalen Absprachen zusammengefunden.

Nach bisherigen Informationen war das Autokartell in über 60 Arbeitskreise und Unterarbeitskreise eingeteilt. Mitarbeiter der Automobilkonzerne haben sich in unzähligen Sitzungen über quasi sämtliche Produktionsvorgänge der Automobilherstellung abgestimmt. Spiegelinformationen zur Folge wurden die großen Fragen der Automobilkonzerne in Arbeitskreisen besprochen, die Bezeichnungen trugen wie „AK Mechanische Anbauteile“, „AK Bremsregelsysteme“, „AK Sitzanlage“, „AK Luftfederung“, „AK Kupplung“, „AK Ottomotoren“ oder „AK Dieselmotoren“. Erörtert wurde beispielsweise, bei welcher Geschwindigkeit man das Verdeck eines Cabriolets öffnen oder schließen kann. Die Unternehmen einigten sich auf bestimmte Lieferanten und schlossen die übrigen Lieferanten so vom Automobilmarkt aus. Die Abstimmungen verhinderten die direkte Konkurrenz der Unternehmen. Als besonders brisant dürfte sich jedoch erweisen, dass in diesen „5er-Kreisen“, so haben die Automobilkonzerne ihre Arbeitsgruppen wegen der Anzahl der beteiligten Automarken genannt, auch der Grundstein für den Dieselabgasskandal gelegt wurde.

Sollte sich der Vorwurf bestätigen, hätten die fünf Automobilkonzerne gegen deutsches und europäisches Wettbewerbsrecht verstoßen, da Absprachen den Wettbewerb und die freie Marktwirtschaft außer Kraft setzen.

Juni 2017 – Die Audi-Modelle A7 und A8 werden zurückgerufen

Verkehrsminister Alexander Dobrindt gibt öffentlich bekannt, dass auch die Audi-Modelle A7 und A8 vom Abgasskandal betroffen sind und ordnet eine Rückrufaktion an. Auch bei diesen Modellen wurde eine illegale Software eingesetzt.

Juni 2017 – Verdacht gegen Porsche erhärtet sich

Der Spiegel hat eine Abgasuntersuchung in Auftrag gegeben, die den Verdacht nahelegt, dass auch der Porsche Cayenne mit einer illegalen Software ausgestattet wurde. Die Schadstoffausstöße erhöhten sich, wenn das Fahrzeug geneigt wurde. Diese Neigung könnte die Software umgangen haben, welche erkennt, wann sich das Fahrzeug auf dem Prüfstand befindet.

Mai 2017

Im Mai 2017 wird bekannt, dass die Staatsanwaltschaft Stuttgart gegen Mitarbeiter von Daimler wegen Betrugs im Rahmen des Abgasskandals ermittelt. Daimler beruft sich in einer Pressemittteilung auf eine rechtliche Grauzone und streitet jegliche Schuld ab.

Januar 2017

Volkswagen muss wegen der verbauten „Schummel-Software“ an US-Aufsichtsbehörden 4,3 Milliarden Dollar Strafe zahlen.

04.07.2016 – Volkswagen legt die Absprachen gegenüber den Behörden offen

In einem Schreiben vom 4. Juli 2016 erstattete Volkswagen eine Art Selbstanzeige und legte die Beteiligung an möglichen Kartellverstößen offen. Das Unternehmen handelte dabei vermutlich nicht aus Reue, sondern aus Selbstschutz. Denn im Kartellrecht gilt der Grundsatz, wer Verstöße zuerst offenlegt, kommt möglichst straffrei davon, während die anderen Beteiligten teils immense Strafzahlungen leisten müssen. Laut neusten Medienberichten könnte Daimler VW mit einer Selbstanzeige zuvorgekommen sein. Ob sich das bestätigt, bleibt vorerst abzuwarten.

23.06.2016 – Ein „Beifang“ bringt den Skandal um das Autokartell ins Rollen

Das, was Fahnder der Kartellbehörde einen „Beifang“ nennen, brachte den vermutlich größten Wettbewerbsskandal der deutschen Nachkriegsgeschichte ins Rollen. Am 23. Juni 2016 durchsuchten Fahnder des Bundeskartellamts im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen ein Stahlkartell Räume von sechs Unternehmen. Hierbei fanden die Ermittler zufällig Hinweise auf das jetzt bekannt gewordene Autokartell. Nachdem bei Volkswagen klar wurde, welche Konsequenzen dieser „Beifang“ haben würde, stellte sich der Konzern den Kartellbehörden in Brüssel und Bonn.

Januar 2016

Das US-Justizministerium reicht gegen Volkswagen, Audi und Porsche eine Schadensersatzklage in Höhe von 46 Milliarden Dollar ein. Bis heute ist noch völlig unklar, wie teuer der ganze Skandal für die Automobilkonzerne wirklich wird.

Dezember 2015

Noch im Dezember begann VW mit einer beispiellosen Rückrufaktion, die bis heute nicht beendet ist. Ein simples Software-Update sollte aus den dreckigen Fahrzeugen umweltfreundliche PKW machen. Kunden beschwerten sich jedoch zunehmend über negative Fahreigenschaften nach dem update. Von höherem Spritverbrauch, geringerer Motorleistung und kürzerer Lebensdauer der Motoren ist die Rede. In den USA, aber auch in Deutschland, begann eine Klagewelle gegen die Autokonzerne, die Gerichte noch Jahre beschäftigen wird.

September 2015 – Der Dieselabgasskandal wird öffentlich

Die US-Umweltbehörde EPA macht den Dieselabgasskandal öffentlich. Volkswagen musste den Betrug daraufhin schließlich öffentlich eingestehen. Volkswagenchef Martin Winterkorn musste zurücktreten.

2014 – Erhöhte Emissionswerte von VW-Modellen werden entdeckt

Erste Anzeichen für den Abgasskandal wurden 2014 entdeckt. Das US-Forschungsinstitut der Universität West Virginia entdeckte im Rahmen einer Studie bei einigen Volkswagen-Modellen in den USA erhöhte Emissionswerte. Daraufhin begannen auch die Behörden misstrauisch zu werden und leiteten eigene Nachforschungen ein.

2011 – Erste interne Untersuchung bei Daimler

Die frühere Verfassungsrichterin Christine Hohmann-Dennhardt hat 2011 einen Posten im Vorstand bei Daimler übernommen. Dem Handelsblatt zur Folge fielen ihr die geheimen Treffen der Konzerne auf, woraufhin sie eine interne Untersuchung initiierte. Diese Untersuchung blieb allerdings Folgenlos.[/ereignis]

  • Ende 2008 – Die ersten Fahrzeuge mit der Schummel-Software wurden auf den Markt gebracht

    Die ersten Volkswagen-Modelle mit der Betrugssoftware wurden bereits 2008 in den USA verkauft. Millionen von Autokäufer wurden seitdem von den großen „Premium-Herstellern“ getäuscht. Statt am „Fortschritt durch Technik“ teilzuhaben, wurden Kunden vermutlich Opfer der organisierten Kriminalität der Automobilkonzerne.

  • September 2008 – Die Automobilkonzerne einigten sich auf den Acht-Liter Tank

    Nach unzähligen Verhandlungen der Arbeitskreise einigten sich die „big five“ im September 2008 auf die Einführung eines Acht-Liter Tanks für alle Fahrzeuge. Das Problem hierbei: Mit derart kleinen Tanks ist es quasi nicht möglich, Abgase vorschriftsmäßig zu reinigen. Das Resultat ist der Abgasskandal, wie wir ihn heute kennen. Die Automobilkonzerne gingen dazu über, die Zulassungs-, Aufsichtsbehörden und nicht zuletzt Millionen von Kunden über den tatsächlichen Schadstoffausstoß ihrer Fahrzeuge zu täuschen. Audi und VW nutzten hierfür eine Software die erkannte, wann ein Fahrzeug auf dem Prüfstand getestet wurde und wann es sich im Straßenverkehr befindet. So wurde der AdBlue-Verbrauch den Bedürfnissen der Automobilkonzerne angepasst. Auch Daimler, BMW und Porsche stehen im Verdacht eine ähnliche Software eingesetzt zu haben.

    05.04.2006 – Der Grundstein für den Abgasskandal wird gelegt

    Ermittler der Staatsanwaltschaft, die gegen Mitarbeiter der Autokonzerne unter anderem wegen Betrugs im Rahmen des Abgasskandals vorgehen, gingen bisher davon aus, dass die Automobilriesen bei der Abgasuntersuchung tricksten, um sich gegen andere Automobilkonzerne einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Doch damit lagen sie wohl falsch. Wie der Spiegel kürzlich enthüllte, gab es zwischen VW, Audi, BMW, Daimler und Porsche offensichtlich gar keinen Wettbewerb. Die neusten Entwicklungen lassen erkennen, dass VW, Audi, BMW, Porsche und Daimler von Beginn an im Abgasskandal zusammengearbeitet haben.

    Nachdem Behörden der USA drohten, Dieselmodellen von Daimler und Audi keine Zulassung mehr zu erteilen, begannen die Automobilkonzerne die „clean Diesel Offensive“. Der Stickoxidausstoß sollte durch die AdBlue-Technologie verringert werden. Der Harnstoff AdBlue ist in der Lage, giftige Stickoxide in harmlose Stoffe aufzuspalten. Problematisch ist jedoch, dass AdBlue teuer ist und einen relativ großen Tank notwendig macht. Doch anstatt sich die Automobilkonzerne einen Wettbewerb um die umweltfreundlichste Technologie lieferten, sprachen sich die beteiligten Konzerne laut Spiegelinformationen darüber ab, wie sie umweltrechtliche Vorgaben umgehen können. Die Konzerne einigten sich am 5. April 2006 darauf, ihr Vorgehen abzustimmen und die Größe der AdBlue-Tanks zwischen den Konzernen zu vereinheitlichen. Der zuständige Arbeitskreis stellte laut Protokoll dazu fest, dass die Konzerne bis zu 80 € pro Fahrzeug einsparen könnten, wenn sie sich auf einheitliche Tanks einigten. Zudem könnte man so den eingesparten Platz für andere Bauteile verwenden. Mit dieser Absprache wurde der Boden für den Abgasskandal gelegt.